Jürgen Hoch zieht mit seiner Modemarke „Madonna“ junge Frauen an
Mit Vollgas gegen H & M

Manchmal überkommt es ihn einfach. Er läuft hinunter in die Tiefgarage, holt die „FJR 1300“ heraus und rast los. Dann zieht er das Yamaha-Motorrad während der Fahrt mal hoch und jagt, nur auf dem Hinterrad stehend, an der Firmenzentrale im Düsseldorfer Norden vorbei.

HB DÜSSELDORF. Aber manchmal lässt er es etwas ruhiger angehen. Dann nimmt Jürgen Hoch die Harley Davidson. „Das hängt von meiner Stimmung ab“, erzählt er begeistert, als er seinen Besucher nach oben führt zu seinen wahren Schätzen: 40 Motorrädern aus den siebziger und achtziger Jahren, poliert und mit Nummernschild. „Die gucke ich mir jeden Tag mindestens fünfmal an und setze mich auch mal drauf.“

Hoch ist weder Rennsportprofi noch Playboy mit teurem Hobby. Der Motorradfan hat KFZ-Schlosser gelernt, ist dann in der Modebranche gelandet und in dem schwierigen Markt erfolgreich – bislang.

Vor acht Jahren brachte er die erste Komplettkollektion seiner Marke „Madonna“ heraus, die er einem Freund billig abkaufte und die mit dem US-Popstar nichts zu tun hat. Heute beliefert er mit seiner bunten, frechen Mode über 600 Einzelhändler in Deutschland, darunter auch Peek & Cloppenburg, und andere in Europa. Er betreibt bundesweit 35 eigene Läden. Mit 300 Mitarbeitern machte er nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 70 Millionen Euro Umsatz. In diesem Jahr peilt er 80 bis 85 Millionen Euro an.

„Wir bieten Mode für Frauen von 16 bis Anfang 30 zu niedrigen Preisen“, lobt Hoch sein Konzept. Oft liege Madonna fünf bis zehn Euro unter den Preisen vergleichbarer Billiganbieter, tönt er.

Damit sich das rechnet, braucht er „wahnsinnig viele Kunden“, wie es der schlanke, 48-jährige Düsseldorfer auf seine lockere Art formuliert. Er würde so, leicht gebräunt, in weißem Poloshirt und modisch ramponierter Jeans, gut in ein Strandcafé auf Ibiza passen. Doch er sitzt im Büro, umgeben von dunklen Dreißiger-Jahre-Möbeln („von meinem Großvater“), Grafiken des Schauspielers Armin Mueller-Stahl und einer Vitrine mit Motorrad-Modellen. Und so unkompliziert und impulsiv er auch ist, er ist ein Mann nüchterner Zahlen. Den Taschenrechner hat er stets zur Hand, um die Lagerumschlagsgeschwindigkeit zu kontrollieren.

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