Jürgen Weber
Lufthansa-Aufsichtsrat bringt Nachfolger ins Spiel

Jürgen Weber ist der mächtige Mann bei der Lufthansa. Er ist jener Mann, der die Posten im Unternehmen vergibt. Nun soll der langjährige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sein Nachfolger werden. 2013 wäre es soweit.
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FRANKFURT. Lufthansa ohne Jürgen Weber – das kann sich bei Europas größter Fluggesellschaft kaum einer vorstellen. Auch wenn der 69-Jährige das Steuerruder der Kranichlinie bereits vor acht Jahren aus der Hand gegeben hat, als Aufsichtsratschef ist Weber der mächtige Mann im Hintergrund.

Einer, der Könige kürt.Christoph Franz zum Beispiel, ab Anfang 2011 neuer Chef von Lufthansa. Holprig war seine Berufung, die wegen interner Widerstände gegen den zuweilen kompromisslosen früheren Chef der Lufthansa-Tochter Swiss länger gedauert hat als geplant. Aber Weber boxte sie durch.

Auch für den nun scheidenden langjährigen Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat er etwas in petto. Der soll, sofern die Aktionäre das wollen, sein Nachfolger im Kontrollgremium werden. Er könne sich nichts Besseres vorstellen, erklärte Weber auf einer Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs in Hamburg. „Das ist keine Frage.“

2013 wäre es so weit, alles streng nach den Grundsätzen des Corporate-Governance-Kodex. Den hält der schon mal schnell aufbrausende Weber zwar für überflüssig, weil gute Unternehmensführung selbstverständlich sei. Aber eine „Cool Down Periode“ von zwei Jahren für Mayrhuber passt eh ganz gut zu seinen persönlichen Plänen.

Mayrhuber (63) selbst hatte gerade erst erklärt, ein mittelfristiger Wechsel in den Aufsichtsrat sei nicht ausgeschlossen. Und so wird Weber sein Anliegen wohl durchbringen, wieder einmal. „Eigentlich ist er niemals in die zweite Reihe zurückgetreten“, sagt ein Kenner. Weber sei machtbewusst und durchsetzungsstark, schätze und pflege echte Freundschaften. Solche gibt er nur ungern auf.

Sein wohl schwerster Gang war es, bei der Deutschen Post, dessen Aufsichtsrat er bis Ende 2008 leitete, einen Nachfolger für seinen Freund Klaus Zumwinkel zu finden. Der war über Steuervergehen gefallen. Weber tat sich schwer, sprang aber über seinen Schatten: Am Ende fand er mit Frank Appel einen neuen, geeigneten Post-König.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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