Jung von Matt geht leer aus: Opel arbeitet mit Scholz & Friends und Heimat

Jung von Matt geht leer aus
Opel arbeitet mit Scholz & Friends und Heimat

Ein schwerer Schlag für Jung von Matt: Die Hamburger Kreativschmiede hat von Opel nicht den Zuschlag für den Kreativ-Etat erhalten. Stattdessen hält die Agentur Scholz & Friends den Etat – und muss ihn aber teilen.

Die Entscheidung über den millionenschweren Kreativ-Etat ist gefallen. Der Rüsselsheimer Autobauer Opel teilt den Etat auf die beiden Agenturen Scholz & Friends und Heimat auf. Dies teilt Opel mit. Leer geht hingegen die Hamburger Agentur Jung von Matt aus, die sich große Hoffnung auf den Etat gemacht hatte.

Für Scholz & Friends, die für den Kunden zuletzt die Kampagne „Umparken im Kopf“ entwickelt hatte, ist der erneute Etatgewinn allerdings nur zum Teil Grund zur Freunde. Denn die Hamburger, die jahrelang den gesamten Etat für Opel innehatten, verlieren hier ihre Führungs-Rolle. Die WPP-Tochter betreut zwar weiterhin das internationale Network-Geschäft, doch die Agentur Heimat übernimmt die digitale Kommunikation. Fraglich ist, welche personellen Konsequenzen dies für die Agentur Scholz & Friends bedeutet. Auf den Etat arbeiten hier rund 60 bis 70 Mitarbeiter.

Verlierer in dem Rennen ist die Hamburger Agentur Jung von Matt mit ihrem Mitgründer Jean Remy von Matt. Er und JvM-Vorstand Thomas Strerath sollen sich um den Etat zuletzt auch persönlich bei Opel stark gemacht haben. Ein Zuschlag wäre für die Agentur nicht nur finanziell, sondern auch imagemäßig ein großer Gewinn gewesen. Opel gibt hierzulande rund 100 Millionen Euro für Werbung aus, davon fließen 45 Prozent in TV, 23 Prozent in Print und acht Prozent in Netzkommunikation.

Jetzt muss Jung von Matt eine schwere Schlappe einstecken. Zuletzt ranken sich um die Hamburger und Opel diverse Spekulationen. So war die Rede davon, dass Jung von Matt als alleiniger Etat-Sieger aus dem Rennen hervorgeht. In diesem Falle war das Unternehmen im Gespräch, sogar – ähnlich wie der Stuttgarter Autobauer Mercedes Benz mit Antoni – einen eigenen Agentur-Ableger in Berlin zu gründen.

Zuletzt hatte die Hamburger Kreativschmiede auch zwei hochkarätige BBDO-Manager verpflichtet: Jan Harbeck und David Mously. Sie waren ursprünglich im Gespräch, den Opel-Etat zu begleiten. JvM-Vorstand Strerath zur Opel-Entscheidung gegenüber Meedia: „Heimat, Scholz, Dojo, McCann und Mother sind alles gute Agenturen.“ Dem Vernehmen nach haben die Gespräche zwischen JvM und Opel keine Konstellation eröffnet, die eine sinnvolle Zusammenarbeit ermöglicht hätten, heißt es.

Opel-Marketing-Chefin Tina Müller ist zuversichtlich, dass das neue Agenturmodell ein Gewinn für den Autobauer ist: „Mit der neuen flexiblen und wettbewerbsorientierten Konstellation steigern wir unsere kreative Power über alle Kanäle und führen gemeinsam die Marke Opel in das Zeitalter der modernen Mobilität. Ich freue mich sehr, Agentur-Partner mit Persönlichkeit und Leidenschaft für die kommenden Herausforderungen gewonnen zu haben“, erklärt Müller. Der Autobauer hatte den Etat ohne ein Pitch-Verfahren vergeben, das in der Branche üblich ist. Müller hatte stattdessen die Unternehmensberatung McKinsey beauftragt, geeignete Kandidaten für den Etat zu suchen.

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