Juristisches Ausnahmetalent
Man nennt ihn Mr. Nice Guy

John Conroy von Baker & McKenzie ist Herr über 3 300 Juristen. Das Erfolgsrezept des Arbeitstiers: Gutes Benehmen und ein ehrlicher Umgang.

LOS ANGELES. Die größte Schwierigkeiten bereitet John Conroy der morgendliche Besuch im Bad. Als Vater von sieben Kindern, davon drei Mädchen zwischen sechs bis 20 Jahren, muss auch einer der mächtigsten Anwälte der Welt schon einmal anstehen. "Das ist wohl meine härtesten Herausforderung im Leben. Die exakte Balance zwischen Büro und Familie zu finden", gibt der Chef von Baker & McKenzie, einer der drei größten Anwaltskanzleien der Welt, unumwunden und mit einem sympathischen Lächeln auf den Lippen zu.

Ohnehin scheint dieser 44-jährige Jurist aus Chicago ein Mensch zu sein, der schwierige Probleme mit fast schon impertinenter Leichtigkeit meistert. Als Erster unter 650 Partnern und Boss von mittlerweile 3 300 Anwälten in 38 verschiedenen Ländern, verbringt Conroy dieser Tage wenig Zeit zuhause. "Ich bin viel unterwegs. Oft schlafe ich im Flugzeug, weil ich keine Zeit für ein Nickerchen im Hotelzimmer habe", erzählt Conroy von seinem Arbeitsalltag.

Aber wenn seine Kinder ein Basketballspiel in der Schule haben, dann lässt der aufmerksame Super-Daddy den Termin dick im Kalender markieren. "Ich möchte, dass meine Kinder sich später daran erinnern, dass ich trotz der vielen Arbeit für sie da war", betont Conroy.

Das "juristische Ausnahmetalent" - so beschreibt sein Kollege David Hackett den eingefleischten Baseball-Fan - hat eine steile Karriere hingelegt. Summa Cum Laude Uni-Abschluss an der Universität von Notre Dame, fortführende Ausbildung an der Université de Strasbourg, ein Stipendium der Rotary Foundation. Jura-Abschluss an der Northwestern University und seit 25 Jahren bei der weltweit renommierten Kanzlei Baker & McKenzie.

Zu seinen ältesten Freunden zählt keine Geringere als seine Studienkollegin und heutige Handelsministerin Frankreichs, Christine Lagarde. Sie schwärmt geradezu von der Zusammenarbeit mit ihm - damals als auch sie bei Baker McKenzie war: "John ist ein sehr warmherziger und angenehmer Kollege." Und nicht nur sie ist voll des Lobes: "John ist einer von diesen Typen, die Du schon nach der ersten Begegnung ins Herz schließt", erzählt Roberts Abdon aus dem Houston-Office über seinen Boss.

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