Kabel-1-Chef Andreas Bartl springt beim Fernsehsender Pro Sieben ein
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Mit seiner Härte gegenüber Mitarbeitern hat sich der bisherige Pro-Sieben-Chef Dejan Jocic einen Namen gemacht. Der sportliche Jungmanager traf gern schnelle Entscheidungen und kürzte Stellen. Nun ist der 33-Jährige selbst Opfer eines kompromisslosen Managements geworden.

HB DÜSSELDORF. Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1, trennte sich gestern von Jocic und berief Andreas Bartl, Senderchef von Kabel 1, zu seinem Nachfolger.

De Posch war seit Monaten mit Jocic unzufrieden. Der stille Belgier machte in mehreren Vier-Augen-Gesprächen dem passionierten Golfspieler Jocic klar, dass es bei Pro Sieben, dem wichtigsten Gewinnbringer der Sendergruppe (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24, Neun Live), so nicht weitergehen könne. Der Spielfilmsender kämpft seit Monaten mit hausgemachten Problemen. Die Einschaltquote geht beim einstigen Flaggschiff zurück. Umsatz und Gewinn bleiben hinter den Erwartungen.

Jocic hatte im Konzern zum Schluss keinen großen Rückhalt mehr. Seit Monaten kursierten Gerüchte über seine Ablösung. Die Idee, den in Reutlingen geborenen Kirch-Zögling zum Pro-Sieben-Chef zu machen, stammte noch vom früheren Vorstandschef Urs Rohner. De Posch ließ sich im Frühjahr vergangenen Jahres auf das Experiment mit Jocic ein.

Jetzt herrscht in den Reihen des Senders Erleichterung über das Ende dieses Experiments. Denn Jocic hat die eigene Mannschaft mit seinem eigenwilligen, misstrauischen Führungsstil polarisiert. Bartl hingegen gilt als integrative Führungskraft. „Er ist ein verbindlicher und uneitler Chef“, sagte eine Mitarbeiterin in der Firmenzentrale in Unterföhring.

Der stets freundliche, bisherige Kabel-1-Chef ist der stille Star des Münchener Fernsehkonzerns aus der zweiten Reihe. Seit fünf Jahren steht der ehemalige Filmredakteur an der Spitze des Senders, der vor allem Konserven aus den Hollywood-Bibliotheken abspielt.

Bartl brillierte zuletzt mit guten Zahlen. Er steigerte die Erlöse und die Erträge deutlich. Das kam gut an im Vorstand, aber auch bei den Gesellschaftern, dem Hollywood-Milliardär Haim Saban und den Finanzinvestoren.

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