Kabelmarkt

Feine Manieren und robustes Selbstbewusstsein

Parm Sandhu hat Unitymedia zu einem schlagkräftigen Konzern umgebaut, der beim Verkauf von Internet, Telefonie und Fernsehen die Deutsche Telekom herausfordert. Im Auftrag der bisherigen Eigner BC Partners und Apollo soll Sandhu Unitymedia verkaufen - das dürfte dem umtriebigen Inder schneller gelingen als bislang gedacht.
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Unitymedia-Chef Parm Sandhu könnte mit dem Verkauf an Liberty Media einen Coup landen. Quelle: dpa

Unitymedia-Chef Parm Sandhu könnte mit dem Verkauf an Liberty Media einen Coup landen.

(Foto: dpa)

KOELN. Stilvoll zerlegt Parm Sandhu das Gemüse. Konzentriert blickt der Chef des Kabelkonzerns Unitymedia auf das üppig garnierte Hauptgericht im Kölner Zwei-Sterne-Restaurant "Le Moissonnier". Der Brite ist schließlich ein Analytiker mit hohen Qualitätsansprüchen. Davon kann nicht nur das von ihm häufig besuchte Edelbistro ein Lied singen. In der Zentrale von Unitymedia kennen die Mitarbeiter das Anspruchsdenken ihres Vorstandschefs. "Sandhu will Mitarbeiter, die sich vorher überlegen, was sie zu sagen haben", sagt ein Vertrauter des CEO. An den orangefarbenen, C-förmigen Tischen im "Communication-Point" auf jeder Etage können die Angestellten darüber nachdenken. Eine typische Idee von Sandhu.

In den vergangenen Tagen eilte er von Termin zu Termin. Sandhu hatte einen ehrgeizigen Plan. Er wollte Deutschlands zweitgrößten Medienkonzern an die Börse bringen. Die bisherigen Eigner, die Finanzinvestoren Apollo und BC Partners, wollten die Gesellschaft loswerden. Und das dürfte Sandhu schneller gelungen sein als gedacht. Offenbar übernimmt US-Kabel- und Medienmogul John Malone, Boss von Liberty Media, das Unternehmen. Das berichteten Branchenkreise dem Handelsblatt am Donnerstagabend.

Zuvor hatte Unitymedia am Donnerstag seine Ergebnisse fürs dritte Quartal vorgelegt. Die Zahlen waren positiv. Der Erlös stieg um drei Prozent auf 227 Mio. Euro. Das Ebitda legte um zwölf Prozent auf 113 Mio. Euro zu.

Die beiden Gesellschafter - die Finanzinvestoren BC Partners und Apollo - träumen seit langem davon, ihre Beteiligung endlich zu vergolden. Bislang hat ihnen aber die Wirtschafts- und Finanzkrise einen Strich durch die Rechnung gemacht. BC Partners und Apollo hatten vor sechs Jahren für 2,9 Mrd. Euro zwei Drittel des Kabelkonzerns mit derzeit 4,6 Millionen Abonnenten gekauft, der aus den früheren Unternehmen Ish und Iesy hervorgegangen ist.

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