Käufer Hoya stockt Angebot auf
Präsident von Pentax tritt während Übernahmepoker zurück

Der Präsident des japanischen Medizintechnik- und Kameraherstellers Pentax, Fumio Urano, will heute seinen Rücktritt bekannt geben. Er sieht seine Pläne zur Fusion mit dem Konkurrenten Hoya durchkreuzt.

HB/fmk TOKIO. Ein Sprecher sagte Agenturberichten zufolge, dass das Unternehmen den Manager Takashi Watanuki zum neuen Präsidenten ernennen könnte. Watanuki gehört zu den Gegnern der Fusion mit Hoya. Die Rücktritte des Präsidenten und seines Finanzvorstands sollen im Mai wirksam werden.

Pentax hatte sich unter Präsident Fumio Urano im Dezember zu einer Übernahme durch Hoya per Aktientausch bereit erklärt. Nachdem Teile des Vorstands plötzlich gegen das Geschäft sind, wolle Urano nun sein Amt aufgeben, berichtete die Nachrichtenagentur Dow Jones aus Unternehmenskreisen.

Zuvor hatte ein Hoya-Manager angedeutet, dass er das Kamerageschäft von Pentax für entbehrlich halte und erwäge, es nach dem Kauf abzustoßen. Das provozierte bei Pentax auf eine Gegenreaktion, weil das Unternehmen mit Kameras angefangen hat und die Tradition lieber fortführen würde.

Auch Aktionäre hatten das Angebot abgelehnt - es erschien ihnen zu niedrig. Gestern kündigte Hoya jedoch an, von 656 Prozent auf 770 Yen aufzustocken und bot eine Zahlung in Bar statt der ursprünglich geplanten Aktien an. Eine weitere Erhöhung schloss ein Hoya-Sprecher nicht aus. Der Kurs der Pentax-Aktie ging daraufhin um knapp zehn Prozent auf 800 Yen rauf. Jetzt hängt es davon ab, ob der Pentax-Vorstand dem aufgestockten Angebot zustimmt. Einem Bericht der Zeitung "Asahi" zufolge sind sechs von acht Vorstandsmitgliedern gegen die Übernahme.

Hoya stellt Gläser für hochtechnische Anwendungen her, zum Beispiel für medizinische Endoskope. 2003 haben die Optik-Spezialisten Konica und Minolta fusioniert und damit eine Konsolidierung in dern Präzisionselektronik-Branche eingeleitet. Analysten zufolge überwiegen von der Geschäftsstrategie her die Vorteile einer Fusion von Pentax mit Hoya. Einer nannte die Vorbehalte gegen den Verkauf der Kamerasparte „sentimental“.

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