Kanadische Ex-Ministerin Belinda Stronach
Comeback von „Pretty Face“

In den vergangenen drei Jahren mischte Belinda Stronach Kanadas Politik kräftig auf. Jetzt beendet die Ex-Ministerin ihre Politik-Karriere und wechselt in die Wirtschaft – in das Unternehmen, das ihr Vater gründete und als Chairman führt, den Autozulieferer Magna. Dort will sie beim Bieterkampf um Chrysler mitmischen.

OTTAWA. Das entscheidende Gespräch fand bereits in der Weihnachtszeit statt. „Könntest du zurückkommen, um eine wichtige Rolle im Unternehmen zu spielen?“ fragte Frank Stronach seine Tochter.

Die nahm sich reichlich Bedenkzeit – bis kurz nach Ostern. Erst am gestrigen Donnerstag teilte Belinda Stronach der Öffentlichkeit mit, dass sie dem Wunsch ihres Vaters folgt.

Jetzt hat es die schlanke 40-Jährige auf einmal eilig, die in den vergangenen drei Jahren Kanadas Politik kräftig aufmischte. Mit sofortiger Wirkung wird sie Vize-Vorsitzende im Führungsgremium des kanadischen Autozulieferers, den der heute 74-jährige Vater gründete und als Chairman führt. Dafür gibt sie nach den für dieses Jahr erwarteten Neuwahlen ihren Posten als liberale Abgeordnete des kanadischen Parlaments auf.

Der Schritt kommt zu einem für Magna wichtigen Zeitpunkt: Das Unternehmen will mit dem ebenfalls kanadischen Konzern Onex ein Angebot für die Übernahme des US-Autoproduzenten Chrysler vorlegen, von dem sich Daimler trennen möchte. „Das Unternehmen steht vor wichtigen strategischen Entscheidungen“, räumte sie als Grund für ihren Wechsel von der Politik in die Wirtschaft ein. Mitglieder der Unternehmensführung hätten sie „ermutigt“, zu Magna zurückzukehren, zum Konzern, den sie bereits einmal lenkte.

Offiziell wird sich Stronach um Personalpolitik, Öffentlichkeitsarbeit, die Beziehungen zu den Gewerkschaften und die Unternehmensverfassung kümmern. In Aurora bei Toronto, wo Magna seinen Sitz hat, und in Ottawa aber weiß jeder von den engen Beziehungen zwischen Vater und Tochter. Und so dürfte sie bei den anstehenden Entscheidungen eine enge Beraterin von Frank Stronach sein.

Der Austro-Kanadier, der Anfang der 50er-Jahre nach Kanada auswanderte, als Werkzeugmacher in einer Garage in Toronto einen Kleinbetrieb eröffnete und diesen zu einem der weltweit führenden Autoteileproduzenten ausbaute, bestätigte am selben Tag, als seine Tochter den Abschied aus der Politik bekannt gab, er wolle mit Onex ein Angebot für Chrysler vorlegen.

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