Kapitäne wollen bis 65 fliegen
Piloten verklagen Lufthansa wegen Altersdiskriminierung

Wegen angeblicher altersbedingter Diskriminierung haben drei Piloten haben die Lufthansa verklagt. Das Verfahren ist der erste prominente Rechtstreit auf Grundlage des neuen Antidiskriminierungsgesetzes, wie die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag berichtete.

HB HAMBURG. Weil die Lufthansa ihre Kapitäne schon mit 60 in Rente schickt, werfen die Kläger der größten deutschen Fluglinie vor, gegen das seit August geltende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu verstoßen. Die Piloten wollen bis zum 65. Lebensjahr fliegen dürfen.

Die Altersgrenze für Piloten stelle eine "evidente unmittelbare Benachteiligung wegen des Alters im Sinne des AGG dar", zitierte die Zeitung die Klageschrift. Ziel der Kläger sei es, dass der Fall an den Europäischen Gerichtshof verwiesen werde, berichtete das Blatt weiter. Das Urteil könne somit als Grundsatzentscheidung auch für andere Branchen von Bedeutung sein.

Schon vor zwei Jahren hätten Piloten versucht, die Altersgrenze für Flugkapitäne hinauszuschieben, sagte Lufthansa-Sprecherin Amélie Lorenz der Nachrichtenagentur AP. Damals sei die Regelung vom Bundesarbeitsgericht jedoch bestätigt worden. "Wir schauen dem Verfahren ganz zuversichtlich entgegen", erklärte Lorenz. Die Altersgrenze sei von beiden Seiten im Tarifvertrag akzeptiert worden und entspreche deutschem Recht. "Aus unserer Sicht ist durch das Antidiskriminierungsgesetz keine grundsätzlich neue Situation entstanden." Die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main soll am Montag beginnen (Aktenzeichen 6 Ca 7405/06).

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