Karl-Heinz Müller
Berlin Beast

Karl-Heinz Müller hat mit der Bread & Butter die Modebranche aufgemischt. Sein neues Projekt wird entweder ein Triumph – oder der Abschied aus der deutschen Hauptstadt.

BERLIN. Böse Briefe, Telefonterror, bespuckt auf offener Straße, das Branchenblatt titelt „Mensch Müller“: Die Reaktionen auf das Aus für die Modemesse Bread & Butter in Berlin trafen deren Gründer Karl-Heinz Müller ins Mark.

Nach seiner Erklärung, die Messe künftig nur noch in Barcelona und nicht mehr in Berlin stattfinden zu lassen, forderten Hauptstädter sogar, dass er den Verdienstorden des Landes zurückgeben sollte, den er erst wenige Wochen zuvor erhalten hatte. Wie ein angeschossener Bär in seine Höhle zog sich Müller in sein weitläufiges Eckbüro mit Designermöbeln auf rotem Perserteppich – „ein Familienerbstück“ – zurück und leckte sich die Wunden.

Doch Müller wäre nicht Müller, das ahnte die Branche schon, wenn er nicht mit einem tiefen Brummen wieder hervorgekrochen wäre. „Aus unserem Logo, dem Bären, wird ein Beast, ein Monster“, erklärte Müller im Gespräch mit dem Handelsblatt, und seine hellblauen Augen glitzern angriffslustig zwischen strubbeligem Haar und Dreitagebart.

Für Ende Januar plant er in Berlin eine Veranstaltung, die noch exklusiver und noch verrückter sein soll als es die Bread & Butter je war. Der Name soll Stadt wie Szene elektrisieren: Kraftwerk. „Cool – du machst ja doch was!“ soll Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit gesagt haben.

Karl-Heinz Müller und seine beiden Kompagnons Wolfgang Ahlers und Kristyan Geyr haben mit ihrer Plattform für junge Mode, der Bread & Butter, in den vergangenen Jahren die deutsche Modeszene aufgemischt – im Guten wie im Schlechten. Eine Mauer aus aneinander gelehnten Stoffballen schien die Republik zu teilen: im Westen Düsseldorf mit der etwas verschlafenen, aber nach eigenen Angaben weltgrößten Modemesse der Welt, der CPD, Gründungsjahr: 1949. Und im Osten Berlin als selbst ernannter neuer, alter Modehauptstadt mit der hippen Bread & Butter (2003-2006), der edlen Premium (seit 2003) und dem CPD-Abklatsch B-In (2005-2006).

Die Meinungen über den Unruhestifter gehen auseinander. „Müller hat Grenzen aufgebrochen und der Branche neue Wege aufgezeigt. Dabei kämpft er immer für, nie gegen eine Idee“, sagt Alexander Gedat, Vorstand Vertrieb und Finanzen von Marc O’Polo.

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