Karl-Heinz Streibich
Der Aufholjäger

Nach schwerer Krise hat Karl-Heinz Streibich die Darmstädter Software AG wieder auf Kurs gebracht. Jetzt will er die deutsche und europäische IT-Branche im Kampf gegen US-Rivalen einen. Eine neue Aufgabe, in der sich der 53-Jährige in seiner bekannten Art tief verbeißen kann und auch wird.

FRANKFURT. Die Stimme hebt sich, der Zeigefinger pocht energisch auf die hölzerne Tischplatte. „Das Urproblem unserer Branche in Deutschland und Europa ist, dass wir eine Initiative für die IT-Industrie brauchen, die dem Modell der Star Alliance in der Luftfahrt folgt“, sagt Karl-Heinz Streibich. Er hat sein Thema gefunden: die Aufholjagd der europäischen IT-Industrie gegenüber führenden Ländern wie etwa den USA.

Streibich ist ein Patriot, freilich einer der etwas anderen Art, kein politischer. Schon seit Jahren versucht er zu beweisen, dass auch die europäische, die deutsche IT-Industrie das Zeug hat, weltweit führend zu sein. Und irgendwie hat er es auch geschafft.

Als er 2003 den Chefposten bei der Darmstädter Software AG übernimmt, befindet sich die nach SAP zweitgrößte deutsche Softwarefirma in einer schweren Krise. Der Hoffnungsträger, die Internet-Programmiersprache XML erfüllt bei weitem nicht die Erwartungen, die Zukunft der SAG steht in Frage.

Streibich baut rasch um, konzentriert sich zunächst auf das Stammgeschäft mit Großrechner-Programmen und erkennt die Chancen bei Programmen, die jenen bunten Flickenteppich aus unterschiedlichen Software-Varianten glätten, der die IT vieler Unternehmen darstellt.

Heute gilt die Zukunft der Software AG als gesichert. Sicher, eine zweite SAP ist die SAG nicht, aber doch ein Beleg, dass Deutschland und Europa in Sachen IT nicht unbedingt den USA hinterherhinken.

Das freut Streibich. Für ihn ist Software der Schlüssel dafür, die gesamte Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. „Software ist der Hauptinnovationstreiber, denn durch Softwareentwicklungen wird die Produktivität von Firmen gesteigert“, sagt er selbstbewusst.

Streibich ist ein Mann der Worte und der Taten. Mitarbeiter, momentane und frühere, beschreiben ihn als „durchsetzungsstark, mit schneller Auffassungsgabe“. „Er hört zu, diskutiert viel, lässt sich dabei Zeit. Wenn er aber dann seine Entscheidung gefällt hat, setzt er sie konsequent und vor allem zügig um“, sagt ein früherer Kollege aus der Debis/T-Systems-Zeit.

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