Karl-Martin Pfenning
Auf großer Sternfahrt

Karl-Martin Pfennings Logistikkonzern wächst schneller als die Rivalen.

FRANKFURT. Wer das Büro von Karl-Martin Pfenning betritt, weiß zwei Dinge sofort. Der Mann ist ein Autonarr. Überall in den Regalen stehen Modelle edelsten Bleches. Und er ist ein Familienmensch. Ohne Scheu vor dem Gast fällt der sechsjährige Sohn Rafael seinem Papa um den Hals. Warum auch nicht?

Es geht eben familiär zu bei Pfenning Logistics in Viernheim nahe Mannheim. Pfennings Lebensgefährtin, die Französin Marie-Elizabeth Benois, arbeitet im Management, ebenso eine Tochter von Pfenning. Und er selbst? „Seit über 30 Jahren arbeite ich hier, in dem Unternehmen meiner Eltern. Und ich würde es genauso wieder machen“, sagt er und lächelt vorsichtig.

Der kräftig gebaute 56-Jährige ist Chef und Eigner eines der größten deutschen Logistikunternehmen. Fast 1000 Lastwagen fahren für ihn. Mit Erfolg, wie die aktuellen Geschäftszahlen zeigen. Um 25 Prozent auf 210 Millionen Euro stieg der Umsatz im vergangenen Jahr. Die Branche wuchs nur um rund 15 Prozent. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich von 1450 auf 1650. Den Profit beschreibt Pfenning als „auskömmlich“.

Nahezu alle großen Handelskonzerne sind seine Kunden. Nacht für Nacht beliefert er 8 000 Geschäfte. In der deutschen Frischelogistik ist er die Nummer vier hinter Nagel, Dachser und Profresh. Hinzu kommen Kunden wie Daimler-Chrysler oder die Chemieindustrie.

Karl-Martin Pfenning – in und um Viernheim kennt ihn fast jeder, und er kennt fast jeden. Aber außerhalb der Region endet die Bekanntheit. Das stört ihn nicht. Denn eigentlich „will ich gar nicht so gerne in der Öffentlichkeit stehen“.

Doch er kann nicht immer abtauchen. Etwa als ihn die damalige Gewerkschaft ÖTV im Jahr 2000 angreift, weil er Bereiche an eine spanische Investorengruppe verkauft. „Ich habe mein Lehrgeld gezahlt, habe gelernt, dass man Farbe bekennen muss“, sagt er. Am Ende muss er den Verkauf rückabwickeln. „Das hat Pfenning damals schwer getroffen. Dass er aber am Ende die richtigen Konsequenzen gezogen hat, spricht für ihn“, erinnert sich einer seiner Weggefährten.

Seite 1:

Auf großer Sternfahrt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%