Karl-Thomas Neumann
Porträt: Die neuen Männer bei Conti

Continental-Vorstand Karl-Thomas Neumann führt die wichtige Elektroniksparte. Ihm und den Produkten gehört die Zukunft – vor allem nach einer Übernahme des Dax-Konzerns durch das Familienunternehmen Schaeffler.

DÜSSELDORF. Ganz gleich, wohin Karl-Thomas Neumann reist: Die Laufschuhe hat Contis Technikvorstand immer dabei. An Arbeitstagen trainiert der drahtige Elektronikspezialist, der über Computerarchitekturen für Mikrocontrollerchips und deren Nutzen fürs Auto promoviert hat, jeweils eine gute Stunde. Wenn er die Zeit findet, gern mehr. Trotz aller Disziplin ist das aktuell alles andere als leicht: Die Tage sind für Continentals Topmanager turbulent. Das Ringen um Europas zweitgrößten Autozulieferer ist in vollem Gange.

Heute müssen sich Vorstand und Aufsichtsrat des Dax-Konzerns zur Übernahmeofferte des Familienunternehmens Schaeffler positionieren. Gestern Abend beriet Konzernchef Manfred Wennemer noch mit Neumann und dessen vier Vorstandskollegen. Frühestens ab zehn Uhr nehmen sie heute auf einer Seite des U-förmigen Sitzungsraumes „Herrenhausen“ im vierten Stock der Conti-Zentrale in Hannover-Vahrenwald Platz – um den Kontrolleuren Rede und Antwort zu stehen.

Wennemer stand in den vergangenen Tagen angesichts von Spekulationen über einen harten Abwehrkampf öffentlich unter Feuer. Doch sein scheinbar trotziges Credo („Keine Kapitulation und kein Verscherbeln des Konzerns“) enthält auch eine Lösung: Mit den gebotenen 70,12 Euro pro Aktie dürfte Schaeffler nicht auskommen – legen die Franken aber deutlich drauf, gelangen sie in Hannover ans Ziel. Ob Wennemer dann weitermacht, ist aber fraglich.

Nur scheinbar paradox: Gerade weil er loyal seine Aufgabe im Conti-Team erfüllt, gilt Neumann vielen im Aufsichtsrat als kommender Mann an der Konzernspitze – vor allem, wenn Schaeffler zuschnappt. Es sind seine Trendthemen wie der Elektroantrieb, denen anstelle der Mechanik die Zukunft gehört. „Neumann ist der aussichtsreichste Kandidat für den Chefposten“, heißt es in Aufsichtsratskreisen. „Er repräsentiert die neue Conti und damit die Teile, an denen Schaeffler interessiert ist.“ Chefkontrolleur Hubertus von Grünberg, selbst ein leidenschaftlicher Elektronikvisionär, nutzt Neumann als Sparringspartner. Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger und Neumann kennen und schätzen sich über den Branchenverband VDA, dessen Vizechef Geißinger ist.

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