Karriere
Die rechte Hand der Titanen

Hilton-Chef Stephen Bollenbach steht mit der Vereinigung der beiden Hilton-Konzerne vor der letzten Herausforderung seiner bunten Karriere.

BEVERLY HILLS/DÜSSELDORF. Eigentlich ist Stephen Bollenbach kein Mann für das Hotelgeschäft. Sagt er auch selbst: „Ich kann keine Eier kochen, Betten machen gehört auch nicht zu meinen Stärken. Und das waren früher Einstellungsvoraussetzungen für einen Hotelchef.“

Und trotzdem – seit zehn Jahren lenkt er die Geschicke eines der ruhmreichsten Konzerne der Hotel-Szene: Hilton Hotels Corporation.

Und jetzt, zwei Jahre vor seinem von ihm persönlich angekündigten Abschied in den Ruhestand, fädelt er eine der wichtigsten Übernahmen der Unternehmensgeschichte ein: Hilton aus Beverly Hills übernimmt Hilton aus Großbritannien, die vor über 40 Jahren getrennten Schwestern finden wieder zueinander.

Über fünf Milliarden Euro bieten die Amerikaner als Kaufpreis. Es entstünde ein Hotelriese mit 2 750 Häusern und 472 000 Betten. „Wir wollen mit dieser Akquise gegen größere internationale Konkurrenten besser bestehen können“, sagt Bollenbach.

Der Sprung nach Europa ist für den verheirateten Familienvater und Chef von 75 000 Angestellten die wohl letzte große Herausforderung in einer Managerkarriere, die Mitte der 60er-Jahre in Kalifornien begann.

Als Sohn eines Milchmannes und einer Hausfrau sollte es Steve mal besser haben als die Eltern. Schon mit zwölf Jahren verkaufte er Eis in Disneyland. Später büffelte sich der „Junge mit Sinn für das Geschäft“ – so ein alter Schulfreund von Bollenbach – zunächst durch die Elite-Uni UCLA in Los Angeles und später durch die University of Northridge. „Ich hatte Glück. Als ich mit der Uni fertig war, warteten sechs Jobangebote auf mich“, erinnert er sich.

Es sollte eine Laufbahn werden, in der er für einige der buntesten Unternehmertypen der USA tätig war. Zum Beispiel für den Tanker-König Daniel K. Ludwig, den „bösesten Menschen, für den ich je gearbeitet habe“, wie Bollenbach später sagte. Oder Immobilien-Tycoon John Notter, der ihn in den 70ern unter seine Fittiche nahm. Notter hatte sich auf den Ankauf von Banken spezialisiert. Er prägte Bollenbach und ist auch heute noch Mitglied des Verwaltungsrats der Hilton-Gruppe.

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