Karriere
„Die spinnen, die Kölner!“

Lange wehrte sich Rainer Paas als Chef von Rewe Dortmund gegen die mächtige Genossenschaftszentrale in Köln. Übernimmt er dort jetzt die Macht?

DORTMUND. Ganz Rewe ist von Köln besetzt. Ganz Rewe? Nein! Eine von unbeugsamen Genossenschaftlern bevölkerte Ruhrgebietsstadt hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Wem jetzt der gallische Comic-Held „Asterix“ in den Sinn kommt, der seit 1959 nach dem Willen seines Zeichners Albert Uderzo Roms Übermacht trickreich Paroli bietet, liegt richtig. Nach dem Vorbild des gallischen Dorfs Kleinbonum aus dem Bildergeschichtsklassiker wehrt sich die Handelsgenossenschaft Rewe Dortmund, von der mächtigen Kölner Rewe-Zentrale übernommen zu werden – seit 16 Jahren schon mit Erfolg.

Was den Galliern ihr Dorfchef Majestix ist, war den Dortmundern ihr Vorstandssprecher Rainer Paas. Woche für Woche trommelte er jeden Montagmorgen seine 300 selbstständigen Rewe-Händler zusammen, um sie auf der hauseigenen Warenbörse auf das gemeinsame Vertriebskonzept einzuschwören. Manche von ihnen sehen den widerstandsfähigen Handelsmanager nun sogar als aussichtsreichsten Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz beim Kölner Rewe-Konzern.

Die sparsamen Händler halten viel von dem Pfennigfuchser, der sich in seiner vierstöckigen Konzernzentrale nicht einmal einen Aufzug gönnt. Anders als sein langjähriger Kölner Widersacher Hans Reischl, der das Geld seiner Genossen in verlustreiche Prestigeprojekte wie Leo Kirchs Pro-Sieben-Gruppe oder den Ferienflieger LTU stopfte, hielt Paas in Dortmund das Geld zusammen. Sein traditionelles Vertriebsgebiet zwischen Soest und Emmerich, Münster und Gummersbach verließ er nicht einmal, als Ostdeutschland nach dem Mauerfall lockte.

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