Karriere eines Klimaforschers
Master of Disaster

Der Tropensturm „Fay“ jagt mit 100 Kilometern pro Stunde über Florida. Doch Peter Höppe ist ganz entspannt. Gewaltige Schäden hat Fay bisher nicht angerichtet, alles liegt im Plan – in seinem Plan: Peter Höppe ist der Master of Disaster der Münchener Rück. Jede Katastrophe kann seine Versicherung viel Geld kosten.

MÜNCHEN. Peter Höppe erforscht für die Münchener Rück Naturkatastrophen und ihre Gesetzmäßigkeiten. Und er macht aus Hurrikans, Erdbeben oder Fluten Geld. Ohne seine Abteilung für Geo-Risikoforschung und seine Datenbanken wäre der größte Rückversicherer der Welt nicht in der Lage, Policen für Naturkatastrophen ordentlich zu kalkulieren.

Dieser Tage gerät der braungebrannte, 53 Jahre alte Professor der Wetterkunde nicht einmal beiläufig ins Schwitzen. Die Daten aus den Staaten beweisen, seine Prognose über die Auswirkungen von Fay waren gut. Sein Unternehmen muss kein Geld zusätzlich zurücklegen, um Schäden für eingerissene Deiche und weggespülte Häuser zu begleichen. Experten hatten sie auf rund zwei Milliarden Dollar taxiert.

Höppe ist seit vier Jahren oberster Wetterfrosch der Münchener Rück. Doch auch ihm macht das Klima gelegentlich zu schaffen, gerade wenn ein heißer Sommer sein Büro mal auf 30 Grad aufheizt. Denn Höppe arbeitet ohne Klimaanlage, reißt lieber die Fenster zum Innenhof auf und lässt die Jalousien herunter. Im schlimmsten Fall hängt er einen Ventilator an die Steckdose: „Das effektivste Kühlsystem“, sagt der Risikoforscher, während er den Strombedarf seiner Luftquelle nachprüft: 40 Watt sind es.

Höppe ist weit mehr als ein Katastrophen-Tarifrechner. Er ist innerhalb von ein paar Jahren zu einem der gefragtesten Umweltschützer in der Wirtschaft geworden. „Der Klimawandel findet statt“, lautet sein Glaubensbekenntnis. „Wir können ihn nicht mehr stoppen, aber wir können ihn eindämmen und seine Chancen nutzen.“

Das bedeutet Anpassung und Veränderung. Höppe nimmt das persönlich. Er bezieht zuhause grünen Strom und fährt privat ein schadstoffarmes Auto. Er reist lieber mit dem Zug als dem Flieger. Und er fährt nur durch die Lande, wenn es nicht anders geht. In so manche Konferenz schaltet er sich per Video zu, einen seiner Studenten hat er als Professor vor kurzem sogar so geprüft. Das ist umweltfreundlicher und funktioniert reibungslos, wenn man sich kennt, sagt er.

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