Karriere
Generationswechsel im Eon-Vorstand

Zufälle sehen für gewöhnlich anders aus. Eon-Chef Wulf Bernotat hat in Spanien zurzeit eine besonders schwere Nuss zu knacken. Die geplante Übernahme des Versorgers Endesa zieht sich schon über ein halbes Jahr hin – und mit jedem Monat schwinden die Erfolgsaussichten. Jetzt holt sich der Konzern einen anerkannten Investmentbanker in den Vorstand.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Der 40-jährige Goldman-Sachs-Manager Marcus Schenck soll neuer Finanzchef werden und bereits im Dezember Erhard Schipporeit, 57, ablösen, dessen Vertrag eigentlich erst 2009 ausläuft. Die Personalie ist Teil einer größeren Umstrukturierung des Führungsgremiums, die der Aufsichtsrat gestern beschloss. In Unternehmenskreisen wird sie mit dem angestrebten Generationenwechsel begründet. Das ergibt durchaus Sinn.

Neben Schenck soll auch der 49-jährige BP-Manager Lutz Feldmann in das Führungsgremium aufrücken. Feldmann, der dem Konzern durch seine jahrelange Tätigkeit für die Ex-Tochter Veba Oel bestens bekannt ist, soll sich vorrangig um die Erschließung neuer Märkte kümmern. Im Gegenzug geht Ende März das dienstälteste Vorstandsmitglied, Hans Michael Gaul, mit 65 in den Ruhestand. Bereits vor Monaten eingeleitet wurde der Wechsel im Personalressort. Der Ruhrgas-Manager Christoph Dänzer-Vanotti löst im Dezember Manfred Krüper ab.

Der Wechsel im Finanzressort überrascht aber selbst intime Kenner des Unternehmens. Dass Schipporeit, ein angesehener Fachmann, mehr als zwei Jahre früher als ursprünglich geplant Platz machen soll, sorgt für Stirnrunzeln. Branchenexperten vermuten, der erfahrene Investmentbanker Schenck solle helfen, die festgefahrene Endesa-Übernahme voranzutreiben. In diesem Metier kennt sich der neue Mann jedenfalls bestens aus.

Er ist seit 1997 bei Goldman Sachs in Frankfurt tätig, seit 2002 Partner und seit Ende 2004 einer der Leiter der angesehenen Investment-Banking-Aktivitäten. Goldman Sachs gehört neben Morgan Stanley und der Deutschen Bank zu den einflussreichsten Investmentbanken. Schenck selbst gilt neben Alex Dibelius als einer der Väter des Erfolgs von Goldman Sachs in Frankfurt und war an einer Reihe wichtiger grenzüberschreitender Transaktionen beteiligt. Erstmals fiel Schenck bei der Übernahme des Mannesmann-Konzerns auf, bei dem er auf der Seite der britischen Mobilfunkgesellschaft Vodafone stand.

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