Karriere-Wende: Das Comeback des Lars Windhorst

Karriere-Wende
Das Comeback des Lars Windhorst

Diese Ratschläge sind der Grund, warum die einen Geschäftspartner für ihn ihre Familie verlassen, wie Kim, und die anderen ihn verklagen. Windhorst teilt die Welt in Freund und Feind. Wer nicht auf seiner Seite steht, steht auf der anderen. Auch wenn er dort nicht für immer bleiben muss.

Georg Kofler, der Multimillionär, zum Beispiel hat auf Windhorst gehört. Eine Weile sah es so aus, als hätte ihn das viel Geld gekostet. Als die Aktien des Handyzulieferers Balda ins Bodenlose fielen, verkauften mehrere Großinvestoren ihre Anteile - sie verloren zweistellige Millionenbeträge. Kofler dagegen sprach mit Windhorst und kaufte nach, als die Aktie bei 50 Cent stand. Heute ist sie 3,50 Euro wert, und Kofler ist seit kurzem Gesellschafter der gemeinsamen Firma von Hersov, Kim und Windhorst.

Auch Ulrich Marseille, der Klinikbetreiber, war ein Geschäftsfreund. Er verlor Geld. Dann jagte er Windhorst, neun Jahre lang. Verklagte ihn, prangerte ihn öffentlich an. Ein Berliner Gericht hat entschieden, dass Windhorst ins Gefängnis muss, wenn er Marseille sein Geld nicht zurückzahlt. Er hat gewonnen. Darum geht es in Windhorsts Welt.

Die Klage war Marseilles Sieg. Er steht nicht mehr als einer da, der sich von jemandem vorführen lässt, der sein Sohn sein könnte. Im September war er zu Gast auf Windhorsts Hochzeit. Gut möglich, sagen beide, dass sie bald wieder Geschäfte miteinander machen.

Wie ist das möglich?

Der Milliardär Rob Hersov mustert Windhorst. Der Lachs ist gegessen, sie sind beim Espresso angelangt. Hersov sagt: "Ich sehe jeden Tag, was Lars leistet. Keiner in diesem Business arbeitet so hart wie er, und ich kenne mich aus." Vielleicht hat er am besten verstanden, Windhorsts Talent zu nutzen, ohne ein unüberschaubares Risiko einzugehen. Vielleicht muss man so viel Geld besitzen wie er, um sich diese Sicht der Dinge leisten zu können. "Wenn ich der Überzeugung wäre, dass ich mit Lars nicht mehr als ein paar Millionen Euro machen kann, dann hätte ich mich längst verabschiedet", sagt Hersov. "Aber wir sprechen hier von richtigem Geld."

5. Wie Windhorst an einem Tag 200 Millionen Euro auftreibt

München, März 2009. Der Chiphersteller Infineon braucht schnell Geld, es geht ums Ganze. Eine Kapitalerhöhung? Bei 35 Cent pro Aktie indiskutabel. Kredite? Unmöglich. Infineon bemüht sich um eine Wandelanleihe, eine Bank nach der anderen winkt ab. Dann ruft Windhorst an. Er habe da eine Idee.

Er braucht einen Tag, um von Investoren 200 Millionen Euro zugesagt zu bekommen. Es ist, was auch die Manager großer Konzerne nicht fassen können. Anleihen werden üblicherweise über die zuständigen Abteilungen von Investmentbanken bearbeitet. Projekte werden gerechnet, gegengerechnet, Vermögensverwaltern zugeschickt. Irgendwann, oft Wochen später, wird ein Termin vereinbart.

Kommentare zu " Karriere-Wende: Das Comeback des Lars Windhorst"

Alle Kommentare
  • ...das hat System. Wenn er wieder zu Geld gekommen ist machen die den Sack zu. Sonst würden sie leer ausgehen.

  • Soso, diese Leute haben viel Geld mit Windhorst verloren und sind immer noch von ihm begeistert? Wohl vor allem darum, weil sie vom gleichen Schlag sind. Die eine oder andere Abzocke hat halt nicht geklappt, aber im Grunde ist das Geschäftsmodell tragfähig. Gierige [...], die sich von Windhorst und Co. über den Tisch ziehen lassen, wird es immer geben. Auch das Handelsblatt, statt die Dinge beim Namen zu nennen, wirft sich in den Staub vor dem "Charisma" des Herrn W.

    Armselig...

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Was mich an Herrn Windhorst beeindruckt, ist die Nehmer- und Steherqualität.
    Der Artikel macht aber auch deutlich, wie unterschiedlich die Auffassung über das Unternehmertum sind. Einmal Pleitier in Deutschland, immer unfähig. Anders im Ausland, selbst beim "Geldadel".

    Na ja, Deutschland einig Neidland.

  • Schämen Sie sich, jemandem wie Herrn Windhorst noch eine Platform zu geben!

  • so sind sie die Herren, Champagner saufen mit frisch ausgepressten Ex-Kunden und die Zeche bezahlen mit deren Kohle. So gehts. Der kleine Lars hatte es schnell kapiert und ging mit Ex-Diktatoren ins Geschäft. Er zeigt uns wie man zu Geld kommt. Und damit ist er ein Guru der Wahrheit. wer arbeiten geht, zahlt Steuern. Solche Leute rationalisieren deren Arbeitsplätze weg.

    Fragt sich irgendwann mal, wer in diesen gehandelten Firmen übehraupt noch arbeiten geht, wenn alle einen auf Lars W. machen. vielleicht muss er dann ja mal selber fahren, standesgemaess.

    Ein Restbestand der Ära Kohl, die Zeit in der die deutsche Kultur unterging. Die bahn wurde unpünktlich, die Lufthansa ging auf biligsäfte und Steuerhinterziehung war damals gross in Mode.

    Wie kann man solche eine Hauschrecke nur so darstellen, liebe Zeitung? Dieser junge Superstar hat schon soo viel Kohle versemmelt. Der kann doch in die Politik gehen ... Da ist das doch Gang und gäbe ...

  • Wer Windbeutel liebt, den soll man lassen. Es wird die Zukunft zeigen, ob der Windbeutel die Liebhaber oder der Liebhaber den Windbeutel verspeist.

  • p.s.
    Windbeutel, schweizerisch Ofenküchlein, österreichisch brandteigkrapferl sind meist faustgroße, hohle Gebäckstücke aus brandmasse. Sie werden häufig mit Schlagsahne oder Vanillecreme, eventuell zusätzlich mit Früchten, gefüllt. Da der brandteig nicht gesüßt wird, können Windbeutel sowohl süß als auch pikant gefüllt werden. Als Grundlage für Füllungen eignen sich z. b. Quark, Frischkäse und pürierte Avocado.

    Zur Zubereitung werden kleine Portionen brandmasse mit einem Löffel in größerem Abstand auf ein backblech gesetzt oder mit einem Spritzbeutel gespritzt. Windbeutel werden noch heiß seitlich aufgeschnitten und nach dem Abkühlen gefüllt.

    Sehr kleine Windbeutel werden Profiteroles genannt.

    Eine aus Windbeuteln zusammengesetzte Torte ist die Croquembouche.

    Quelle: Wikipedia ;-)....

  • nana wer wird denn da neidisch? ;-)...

    wer auf windbeutel neidisch ist ist auch nicht besser, vielmehr viel schlechter ;-)...

  • Lieger Lars,
    geh doch in die Psychiatrie und lass Dich auf Narzissmus untersuchen. Wenn Du Dir dann auch noch eingestehst, dass Du nichts kannst, außer Leute zu verarschen, bekommst Du auch meine Anerkennung!
    Trottel blöder!

  • bis heute schätzte ich die kritischen und investigativen Artikel von Sönke iwersen sehr.

    Der hier, obwohl auch nicht so schlecht recherchiert, ist dagegen hauptsächlich peinlich. Wie kann man als Journalist so schamlos Partei ergreifen für einen solchen Luftikus (die geschilderten Praktiken ,z.b. bei balda, sind ja nicht mal mehr Graubereich)? Aber offenbar hat er sich auch vom Wunderknaben einwickeln lassen, obwohl dessen Charme doch bisher eher bei alten Männern wirkte...

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