Karstadt-Insolvenz
Verwalter Görg kassiert mehr als 27 Millionen Euro

Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg erhält für die Rettung der Essener Warenhauskette insgesamt 27,2 Mio. Euro - netto. Görg verteidigt die Entlohnung.
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HB ESSEN. Nach den Worten von Görgs Sprecher, der die Summe der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag bestätigte, hätte die Entlohnung sogar noch deutlich höher ausfallen können. Die Insolvenzordnung hätte nach seinen Worten ein Honorar von 50 Mio. Euro zugelassen.

Der Vergütungsanspruch eines Insolvenzverwalters richtet sich nach dem Wert des vorhandenen Vermögens am Ende des Verfahrens und muss vom zuständigen Amtsgericht genehmigt werden. Nach der "Insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung" erhält der Verwalter von den ersten 25 000 Euro 40 Prozent. Danach sinkt der Anteil aber rasch. Bei Summen über 50 Mio. Euro stehen ihm nur noch 0,5 Prozent zu. Allein aufgrund dieser Berechnung hätte Görg Anspruch auf 5,4 Mio. Euro.

Doch sind erhebliche Zuschläge möglich, wenn das Insolvenzverfahren für den Verwalter überdurchschnittlich aufwendig ist. Und Görg hatte bei Karstadt einiges zu tun. Immerhin mussten 120 Warenhäuser mit 25 000 Mitarbeitern gemanagt, 13 Filialen geschlossen, Verhandlungen mit tausenden Gläubigern geführt und ein Käufer gesucht und gefunden werden. Dies führte im Karstadt-Verfahren zu der Vervielfachung des Honorars auf mehr als 27 Mio. Euro netto und rund 32 Mio. Euro brutto.

Von dem Geld muss Görg allerdings auch sein umfangreiches Team bezahlen. In einem Interview hatte er kürzlich deshalb auch die hohe Entlohnung verteidigt: "Es hat eine Fülle von Menschen unter enormer Anspannung und mit großer Verantwortung dafür gearbeitet und erhebliche Risiken in Kauf genommen. So ungerecht empfinde ich die Vergütung also nicht", sagte er.

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  • Tausenden Mitarbeitern von Karstadt Quelle wurde gekündigt(den meisten ohne Abfindung).
    Herr Görg mit seinem Team hehält Mio. Euro....
    Unverschämt.

  • Naja zum Glück zahlt das mal ausnahmsweise nicht der Steuerzahler sondern die Gläubiger! :-)

    Die können wahrscheinlich auch am besten beurteilen ob die Zahlung gerechtfertigt ist! ;-)

    @ Martin: Ob die Arbeitsplätze der 25.000 Menschen gesichert sind wird die Zukunft zeigen, kann doch jetzt kein Mensch seriös beurteilen!!!

  • Genau! Unverschämt! Das Geld sollten doch lieber die unterbezahlten Fußballer bekommen - nicht jemand der 25.000 Menschen einen Arbeitsplatz sichert!

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