Kartellamt
Kein vorschnelles Urteil im Fall von Springer und Pro Sieben

Der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, warnt davor, die geplante Übernahme der Münchner Fernsehgruppe Pro Sieben Sat.1 durch den Axel Springer Verlag vorschnell als unbedenklich einzustufen. "Derzeit ist ja häufig die Einschätzung zu hören, dieser Antrag sei schon so gut wie genehmigt, weil das Kartellamt von getrennten Märkten für Printmedien und Fernsehen ausgehe," erklärt Böge in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Er möchte dazu ganz klar sagen, dass dies eine völlige Fehlinterpretation sei. Das Kartellamt werde "cross-mediale Effekte sehr genau prüfen", kündigte der Wettbewerbsaufseher mit Blick auf die geplante Zusammenführung von Zeitungen und Fernsehsendern in einem Unternehmen an. Untersuchen will Böge dabei auch Auswirkungen auf den Werbemarkt: "Es wäre ja zum Beispiel denkbar, daß Springer Kunden, die Anzeigen und Fensehspots buchen, Rabatte gibt." Dies könnte eine "Verstärkungswirkung" haben, die Springer Wettbewerbsvorteile verschaffe, sagte Böge.

Der größte deutsche Zeitungskonzern hat den Genehmigungsantrag am Montag bei der Bonner Behörde eingereicht.

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