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Die Open University in der britischen Retortenstadt Milton Keynes steigt in die erste Liga der europäischen MBA-Programme auf.

MILTON KEYNES. Lange galten sie als zweitklassig, heute erfreuen sie sich einer verstärkten Nachfrage: MBA-Programme, bei denen man nicht ein bis zwei Jahre aus dem Beruf herausgerissen wird und erneut die Schulbank drücken muss. Viele, auch angesehene, US-Schulen experimentieren mit Online-Learning – mit bislang nicht 100-prozentig überzeugenden Resultaten. Nun ist es mit der britischen Open University Business School (OUBS) einem schon etablierten Fernstudiumprogramm gelungen, sich in die erste Liga der europäischen MBA-Anbieter vorzuarbeiten. Das Programm dürfte damit auch bei deutschen Interessenten zunehmendes Interesse erfahren.

Open University Business School bietet seit zehn Jahren ein MBA-Programm

Mit 200 000 eingeschriebenen Studenten ist die in der mittelenglischen Retortenstadt Milton Keynes beheimatete Open University eine der größten Fernuniversitäten der Welt. Gegründet in einer Zeit, in der auch in Großbritannien Begriffe wie Chancengleichheit die Bildungspolitik beherrschten, sollte sie all jenen eine „zweite Chance“ ermöglichen, die es in dem traditionellen Schulsystem nicht bis zu einem Abschluss geschafft hatten und denen damit ein Studium unmöglich war.

1983 wurde dann die eigenständige Open University Business School (OUBS) gegründet, an der zwischenzeitlich über 120 000 Manager ausgebildet worden sind. Seit über zehn Jahren bietet die OUBS auch ein MBA-Programm an. Mittlerweile haben über 7 500 Studenten aus mehr als zwei Dutzend Ländern, darunter über ein Viertel Frauen, das Programm absolviert.

Das im Prinzip dreijährige MBA-Programm besteht aus einem einjährigen Grundkurs „Senior Management“, einem sechsmonatigen Block „Strategy“ und vier Wahlmodulen („Financial Strategy“, „Human Resources“, „International Enterprise“, „Managing Knowledge“ und andere).

Tutoren aus England betreuen die Fernstudenten

Während des gesamten Studiums betreuen Tutoren von England aus die Fernstudenten. Klausuren können teilweise auch an verschiedenen deutschen Standorten abgelegt werden. Gesamtkosten: 10 750 Pfund (rund 33 000 Mark). Zulassungsbedingungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium und mehrjährige Berufserfahrung.

Wer diese Kriterien nicht erfüllt, hat noch eine andere Option: das vierjährige „MBA Open Access“-Programm, bei dem vor dem eigentlichen MBA-Programm noch eine oder zwei Stufen („Certificate“, „Diploma“) vorgeschaltet werden. Damit ist der OUBS-MBA auch eines der ganz wenigen guten MBA-Programme in Europa, bei dem man ohne vorheriges Hochschulstudium zu dem begehrten MBA-Titel gelangen kann.

Equis-Gütesiegel erhalten

Vor wenigen Wochen hat die Open University Business School nun auch das Equis-Gütesiegel der European Foundation for Management Development (efmd) in Brüssel erhalten. Die Equis-Akkreditierung wird nur nach einer längeren, eingehenden Prüfung der Business School vergeben und soll einen hohen Qualitätsstandard in der europäischen Managerausbildung gewährleisten.

Für die OUBS bedeutet die Equis-Akkreditierung zweifellos eine Aufwertung. „Diese Auszeichnung zu erhalten, bestätigt die Stellung der OUBS in einer Elitegruppe von Business Schools“, erklärt Dean Roland Kaye. Europaweit besitzen derzeit nur 39 MBA-Anbieter die Equis-Akkreditierung, darunter alle Topschulen von der London Business School über Insead (Fontainebleau) und IMD (Lausanne) bis zu Iese (Barcelona) und Bocconi (Mailand). „Natürlich hat ein Fernstudium-MBA nicht den gleichen Marktwert wie ein „richtiger“ MBA“, sagt ein britischer Personalmanager. „Es wäre absurd, zu behaupten, dass die Open University der London Business School, Ashridge oder Cranfield gleichrangig sei.“

Zwischenmenschliche Erfahrungen fehlen

Was einem Fernstudium-MBA fehlt, ist die menschliche Erfahrung des Lernens und Arbeitens mit Kommilitonen ganz verschiedener kultureller Herkunft – und natürlich das Beziehungsnetz der Ehemaligen (Alumni). Doch wer ganz einfach die Zeit für ein Voll- oder Teilzeit- (Executive MBA)- Programm nicht hat, für den ist ein MBA im Fernstudium die zweitbeste Option. Und die Open University Business School ist – auch international – einer der besten Anbieter.

Noch kein vergleichbares Angebot in Deutschland

In Deutschland gibt es kein qualitativ vergleichbares Angebot zum OUBS MBA. Die staatliche Fernuniversität Hagen, sozusagen das deutsche Pendant zur britischen Open University, bietet für 1 400 Mark ein viersemestriges Weiterbildungsangebot „Finanzdienstleistungen“ an, für das sie allerdings keinen Abschluss vergibt. Die Allfinanz Akademie AG in Hamburg, ein kommerzieller Anbieter, ist seit 1990 mit einen Studiengang (Kosten: rund 20 000 Mark!) auf dem Markt, bei dem das Studienmaterial des Weiterbildungsangebots „Finanzdienstleistungen“ der Fernuniversität durch Hausarbeiten, Klausuren, Kolloquien und Seminare ergänzt wird. Auf Grund einer Kooperation der Allfinanz Akademie mit der University of Wales wiederum erwerben die Absolventen dieses Studiengangs den Abschluss „MBA - Master of Business Administration (University of Wales)“. Der MBA der University of Wales gehört aber sicherlich nicht zu den Top-MBA in Großbritannien; der Abschluss hat auch keine Equis-Akkreditierung.

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