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Neuer Börsenchef offenbar gefunden

Die seit Monaten andauernde Führungskrise bei der Deutschen Börse nähert sich offenbar ihrem Ende. Wie der Frankfurter Börsenbetreiber am Dienstagabend mitteilte, wollen der noch amtierende Aufsichtsratschef Rolf Breuer und sein designierter Nachfolger Kurt Viermetz dem Gremium am 10. Oktober einen Nachfolgekandidaten für den im Mai zurückgetreten Ex-Börsenchef Werner Seifert präsentieren. Breuer werde anschließend wie geplant das Amt an Viermetz übergeben.

HB FRANKFURT. Breuer hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, er werde den Aufsichtsrat der Börse erst dann verlassen, wenn er einen Nachfolger für den im Frühsommer auf Druck von Großaktionären um den britischen Hedgefonds TCI zurückgetretenen Ex-Vorstandschef Seifert gefunden habe. Die in Finanzkreisen für die Nachfolge Seiferts gehandelte Namensliste war zuletzt nach einigen Absagen prominenter Banker und Börsenfachleute immer kürzer geworden.

Mit Breuer scheiden am 10. Oktober auch Mehmet Dalman, Stefan Jentzsch, der für die HypoVereinsbank (HVB) in dem Gremium sitzt, und Hessel Lindenbergh aus dem Aufsichtsrat der Börse aus.

Der Ex-Investmentbanker Viermetz ist seit September 2003 oberster Kontrolleur der von der Hypo-Vereinsbank abgespaltenen Hypo Real Estate (HRE). Breuer, der auch Aufsichtsratschef der Deutschen Bank ist, hatte früheren Angaben zufolge sein Amt bis spätestens Ende 2005 aufgeben wollen.

Jentzsch will sich nach Informationen des Handelsblatt auf seine Rolle als Vorstandsmitglied der HVB und auf den Fusionsprozess mit der italienischen Unicredito konzentrieren. Er gehört neben Vorstandschef Dieter Rampl zu den wichtigsten HVB-Managern für das Zusammengehen der beiden Institute. Die Deutsche Börse wollte sich dazu nicht äußern.

Zuletzt hatte die Deutsche Börse bereits mehrere Aufsichtsratsposten neu besetzen müssen. Den personellen Neuanfang hatten kritische Großaktionäre um den britischen Hedge-Fonds TCI erzwungen, nachdem sie zuvor die geplante Übernahme der Londoner Börse (London Stock Exchange/LSE) verhindert hatten. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Werner Seifert, war daraufhin am 9. Mai zurückgetreten. Die Nachfolge von Seifert ist weiter offen.

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