Keine Diskriminierungen am Arbeitsplatz
Neue Prioritäten im Unternehmensalltag: Sichern Sie Beweise!

Auf deutsche Unternehmen kommen dieses Jahr teure und zeitaufwändige Organisationsaufgaben zu: Nicht nur für Personaler. Alle Chefs müssen laufend überwachen, dass in ihrer Abteilung keine Diskriminierungen geschehen und Beweise sichern – für den Fall, dass die Firma verklagt wird.

Hans-Peter Löw und Thomas Ubber, Arbeitsrechtler bei der Kanzlei Lovells raten, was Unternehmen streng beachten sollten:

Don’ts bei Bewerberauswahl

1. In Ausschreibungen, Stellenanzeigen, Auswahlverfahren für Weiterbildungen und Texten wie Betriebsvereinbarungen sollte es nicht mehr Mitarbeiter oder Arbeitnehmer heißen, sondern nur noch Beschäftigte – das deckt beide Geschlechter ab.

2. Sucht ein Unternehmen ausschließlich per Mund-zu-Mund-Propaganda, ist dies heikel: Die Zusammensetzung der Belegschaft könnte auf Dauer einseitig werden, so dass zum Beispiel bald nur noch Absolventen einer bestimmten Hochschule vertreten sind.

3. In Anzeigen darf keine Altersangabe stehen.

4. Im Online-Auftritt birgt die Selbstdarstellung Gefahren: Ist die Unternehmenspräsentation allzu strikt, könnte sie Bewerbergruppen ausschließen und abschrecken.

5. Decken sich das Anforderungsprofil für die Stelle und die Eigenschaften, die tatsächlich im Job erforderlich sind? Tabu sind interne Ausschreibungen, die alleine auf einen bestimmten, insgeheim längst gefundenen Kandidaten passen.

6. Mit Kriterien wie Höchst- oder Mindestalter, Vollzeitstelle, Schichtarbeit oder körperliche Belastbarkeit macht sich ein Unternehmen angreifbar – es könnte zum Beispiel mittelbar Frauen diskriminieren.

7. Weil bald Zeugen wichtig sein können, sollte kein Personaler allein Einstellungsgespräche führen.

8. Bewerbergespräche ohne akribisch abgearbeiteten Fragenkatalog sind tabu. Alle Fragen müssen sich auf die nötigen Qualifikationen laut Anforderungsprofil beziehen. Um Beweise zu haben, sollten Antworten mitgeschrieben werden.

9. Fragen nach Kindern, Familienstand oder der Familienplanung sind absolute Tabus. Dasselbe gilt bei Partei- oder Gewerkschaftsmitgliedschaft und Religion. Nur die Fragen nach der nötigen fachlichen Qualifikation sind erlaubt.

10. Mitarbeiter- und Kundenkinder dürfen kein separates Bewerberverfahren durchlaufen.

11. Absageschreiben sollten ausdrücklich erwähnen, dass nur fachliche Gründe ausschlaggebend waren. Weil Beweissicherung jetzt das oberste Gebot ist, sollten Entscheider eine Notiz über die Ablehnungsgründe erstellen.

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