Keine Revision zugelassen
Bremer Sparkasse muss zahlen

In einem spektakulären Fall von fehlerhafter Vermögensverwaltung hat das Oberlandesgericht Bremen die Sparkasse Bremen zur Zahlung von 170 000 Euro verurteilt, wie nun ein Sprecher des Gerichts bestätigte.

HB FRANKFURT/M. Den Wertpapierkredit in Höhe von 300 000 Euro muss der geschädigte Rentner nicht zurückzahlen (AZ 1 U5/2004). Zuvor hatte die Sparkasse auf Zahlung des Kredits geklagt und war dabei vom Landgericht Bremen abgewiesen worden. Ein 67-jähriger Rentner hatte der Sparkasse in Bremen seine Altersreserve zur Vermögensverwaltung überlassen. Damit hatte ein Mitarbeiter der Bank nicht nur spekulative Aktien gekauft, sondern war auch neue Risiken durch die Kreditfinanzierung von weiteren Aktienkäufen eingegangen. Eine Revision gegen das Urteil ist nicht zugelassen.

"Der vorliegende Fall ist nur einer aus einer ganzen Serie gegen die Bremer Sparkasse", sagte Rechtsanwalt Dietmar Kälberer, der den Anleger vertrat. Der Fall sei dabei besonders schwierig und komplex gewesen. Kälberer betreut nach eigenen Angaben noch eine Reihe weitere Fälle mit einem Gesamtschaden von etwa zehn Mill. Euro. Auch andere Kanzleien hätten Verfahren gegen die Bremer Sparkasse laufen.

Bei vielen Sparkassen sei es während des Börsenbooms der späten 90er Jahre gängige Praxis gewesen, den Kunden zur Finanzierung ihrer Aktienkäufe Kredite zu vermitteln, sagte Rechtsexperte Marc Tüngler vom Anleger-Schutzverband DSW. Häufig hätten Berater der Sparkassen auch im Alleingang zu waghalsigen Investments - wie etwa in den japanischen Yen - geraten. "Die Fälle, die jetzt öffentlich werden, sind nur die Spitze des Eisbergs", sagte Tüngler. Nach Berechnung des Verbands unabhängiger Finanzdienstleistungsunternehmen wurden allein 2003 etwa 20 000 Prozesse mit einem Gesamtstreitwert von 600 Mill. Euro gegen Finanzberater und-vermittler geführt. In diesem Jahr sei die Tendenz jedoch abnehmend, erklärte Sprecher Rolf Thiel.

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