Keine Werbekampagne mit Superstar
Drogenberichte kosten Kate Moss H&M-Auftrag

Nachdem Berichte über Kokainkonsum international Schlagzeilen gemacht hatten, hat sich die schwedische Bekleidungskette Hennes und Mauritz (H&M) vom britischen Supermodel Kate Moss getrennt. Das Engagement von Moss vertrage sich nicht mit dem Antidrogen-Image von H&M, erklärte das Unternehmen.

HB LONDON. Das schwedische Modeunternehmen Hennes und Mauritz (H&M) hat nun doch die geplante Werbekampagne mit dem britischen Top- Model Kate Moss abgesagt. Grund sind Berichte über den angeblichen Kokainkonsum der 31-Jährigen. H&M werde auf Moss verzichten, weil man seit Jahren Drogenmissbrauch ablehne, teilte das Modehaus am Dienstag mit. Ein Engagement von Moss vertrage sich nicht mit dem Antidrogen- Image von H&M. Moss sollte eigentlich das Gesicht der von Stella McCartney entworfenen Herbst-Winter-Kollektion von Hennes und Mauritz sein, die Mitte November auf den Markt kommt.

Noch am vergangenen Wochenende hatte die Modekette wissen lassen, dass sie weiter mit Moss arbeiten wolle, weil das Model bedauere, was vorgefallen sei. Andere Modehäuser, für die Moss auch tätig ist, kommentierten die Berichte am Dienstag nicht.

Der „Daily Mirror“ hatte am vergangenen Donnerstag Fotos aus einem Videofilm über den angeblichen Kokain-Konsum von Kate Moss veröffentlicht. Dabei war ihr Freund Pete Doherty für ihren „Abstieg“ verantwortlich gemacht worden. Am Sonntag hieß es in der Presse, dass sie sich inzwischen von dem für Drogenkonsum bekannten Doherty getrennt habe.

Moss war in den vergangenen Jahren - nicht zuletzt wegen ihrer Liebhaber - immer wieder in Zusammenhang mit Drogen in die Schlagzeilen geraten. Entdeckt wurde die Britin mit 14 Jahren. Sie galt mit ihrem ausdrucksstarken, aber wenig ebenmäßigen Gesicht und ihrer relativ geringen Körpergröße als eine Art Gegenentwurf zu den perfekt erscheinenden, großen Models der 80er.

Der internationale Durchbruch kam für Moss 1993 mit einer Kampagne für das Parfüm „Obsession“ von Calvin Klein, in der sie als eine Art schmale, blasse Lolita nackt auf dem Bauch liegend herausfordernd in die Kamera blickte oder halbnackt mit dem Rapper Marky Mark posierte. Der Vergleich mit Twiggy, dem dünnen Supermodel der 70er Jahre, kam auf.

In den 90er Jahren wurde Moss zu einer Ikone der Modewelt und verdiente Millionen. Als Ende der 90er Jahre bekannt wurde, dass sie und Kolleginnen mit Drogen zu tun hatten, wurde der Begriff „Heroinchic“ geprägt. Die 1,72 Meter große Moss wog damals gerade 44 Kilogramm. Auch ihr damaliger Lebensgefährte, der Schauspieler Jonny Depp, fiel wiederholt wegen Drogenkonsums auf.

Moss bestätigte, dass sie kaum je nüchtern über einen Laufsteg gegangen sei. Heroin habe sie zwar nie genommen, dafür jedoch alle möglichen anderen Rauschmittel. 1998 zog sie sich in eine Entziehungsklinik zurück. Nach der erfolgreichen Therapie ging ihre Model-Karriere als Mädchen, das abgestürzt war und sich gefangen hatte, erfolgreich weiter. Für H&M stand Moss bereits 1999 überlebensgroß auf Plakatwänden. Offen sprach Moss damals über ihre Probleme und schaffte eine Imagekorrektur.

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