Kevin Parker
Der Herr über das Deutsche-Bank-Vermögen

Kevin Parker hat keinen Traumjob. Der Leiter des Asset Managements der Deutschen Bank kämpft mit Geldabflüssen. Gerüchte über seine bevorstehende Ablösung weist die Deutsche Bank aber entschieden zurück.

FRANKFURT. Die Ansage klingt so: „Die Deutsche Bank ist stolz auf ihr gesamtes Führungsteam, das seit vielen Jahren in dieser Konstellation gut zusammenarbeitet und die Bank sicher durch die Finanzkrise geführt hat.“ Gilt dies für alle? Klar. Auch für Kevin Parker? Ein Sprecher weist alle Ablösungsgerüchte, die um den Leiter des Asset Managements seit Monaten kursieren, energisch zurück. Persönlich zu erreichen ist der 50-Jährige nicht.

Der Grund, warum über Parker mehr zu hören ist, als von ihm, liegt daran, dass es auch in seinem Bereich um viel Geld geht. Das Segment Asset-Management der Deutschen Bank spielt mit 460 Mrd. Euro in der Liga der globalen Top Ten. Dabei hat die in Deutschland bekannte Fondsmarke DWS eine Schlüsselrolle, auch in der Ertragsrechnung. Die Gesellschaft verwaltet europaweit rund 100 Mrd. Euro.

In der Parker-Ära sank das Vermögen der Sparte um fast 100 Mrd. Euro. Dabei hält sich die DWS noch respektabel, obwohl sie gegenüber früheren Jahren an Strahlkraft verloren hat. Auf Personalebene hatte vor wenigen Monaten die Ablösung des Europachefs Stephan Kunze Aufmerksamkeit erregt. Kunze musste gehen, weil er gegenüber Parker zu sehr auf ein Eigenleben der DWS pochte. Für Kunze kam der Parker-Gefolgsmann Ingo Gefeke.

Auch eine Personalentscheidung Parkers für die Leitung des institutionellen Geschäftes stößt in der Teilsparte DB Advisors auf Kritik. Seit die wenig bekannte Ex-Marketing-Spezialistin Roelfien Kuijpers das Teilsegment leitet, ist bereits der eine oder andere Fachmann abgewandert.

Die DWS kämpft mit einer Absatzschwäche gerade in den südeuropäischen Ländern. Auf dem Heimatmarkt belastet der interne Konkurrenzkampf mit den Indexprodukten der Mutter sowie der wachsende Wettbewerb insbesondere durch die Deka, den Fondsanbieter der Sparkassengruppe.

Parker ist seit zwölf Jahren in der Deutschen Bank. Er führt das Asset-Management seit fünf Jahren. Seine Bilanz ist gemischt – womit er allerdings bei weitem nicht allein dasteht. Nicht viele Asset Manager haben es geschafft, das ihnen anvertraute Vermögen ohne größere Verluste durch die Krise zu retten. Spannend ist allerdings jeweils die Frage, wie sehr eigene Entscheidungen, oder Nicht-Entscheidungen zu Verlusten geführt haben und wie sehr der mächtige Markt die Vermögen geschröpft hat.

Seite 1:

Der Herr über das Deutsche-Bank-Vermögen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%