Kevin Parker soll die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank stärken
Ein harter Sanierer

Dem neuen Chef der Vermögensverwaltung (Asset-Management) der Deutschen Bank merkte man gestern die Strapazen seines Jobs an. Letzte Woche war Kevin Parker in Japan, dann an seinem Dienstsitz New York und gestern Morgen um Punkt zehn Uhr bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland.

FRANKFURT/M. Kein Wunder, dass der 45-Jährige etwas übernächtigt wirkte. Seine Rede begann er mit dem artigen Hinweis, dass er sich freue, ausgerechnet in Frankfurt die neue Führungsstruktur des Asset-Managements vorstellen zu dürfen.

Doch Parker beließ es nicht bei leeren Worten. Denn tatsächlich hat sich der Amerikaner vorgenommen, die Rolle Frankfurts gegenüber London zu stärken. Statt wie bisher von London aus wird das Europageschäft künftig vom Main aus geleitet. Diese Entscheidung ist Teil eines weit reichenden Umbaus der Vermögensverwaltung, an deren Spitze Parker erst seit diesem September steht. Er soll die Sparte, um deren Ertragskraft es nicht zum Besten steht, auf Vordermann bringen.

Bankintern geht ihm der Ruf eines „harten Managers“ voraus, der Kosten radikal zu kürzen versteht. Letzteres bewies er schon im Aktiengeschäft der Deutschen Bank, das er bis vor kurzem leitete. Auch bei der Besetzung der Führungscrew des Asset-Managements machte der studierte Betriebswirt, der von Morgan Stanley zur Deutschen Bank kam, nicht viel Federlesen. Diverse Top-Manager, darunter der bisherige Europachef Paul Manduca, haben die Bank in den letzten Tagen verlassen.

Nun geht in London bereits die Furcht vor einem kräftigen Stellenabbau um. Gestern tat Parker wenig, um diese Ängste zu nehmen. „Weiteres gibt es im ersten Quartal“, antwortete er lapidar auf mehr als eine Frage.

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