Kienbaum-Studie
Aufsichtsräte glauben an 30-Prozent-Frauenquote

Die von den Grünen geforderten Frauenquoten in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen sind durchaus machbar, sagt jeder zweite Aufsichtsrat. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Kienbaum, die dem Handelsblatt vorliegt, glauben 41 Prozent der Aufsichtsräte, dass die 30-Prozent-Quote schon in den Jahren 2013 bis 2015 erreichbar wäre.
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DÜSSELDORF. Neun Prozent der Befragten glauben sogar, dass es noch schneller gehen könnte. Kienbaum hatte 58 Aufsichtsräte befragt. Gut zwei Drittel davon kontrollieren ein börsennotiertes Unternehmen, 59 Prozent einen Dax-Konzern. 30 Prozent glauben allerdings, dass eine 30-Prozentquote erst nach 2020 umsetzbar sei

Nach dem heute vorgelegten Gesetzentwurf der Grünen soll die 30-Prozent-Quote 2015 erreicht sein, ab 2017 müssten es dann mindestens 40 Prozent sein. Kienbaum-Chef Jochen Kienbaum ist etwas skeptischer als die befragen Aufsichtsräte: "In unserem Pool weiblicher Kandidaten herrscht zwar große Qualität, aber die Quantität muss zur Erfüllung der Quotenziele kontinuierlich erhöht werden."

Die Aufsichtsräte selbst versprechen sich durchaus einen Mehrwert von mehr Frauen in ihrem Kreis: 57 Prozent erwarten ein "erweitertes Erfahrungsspektrum", 28 Prozent einen höheren Grad an Professionalisierung. Nur ein Fünftel glaubt nicht an einen spürbaren Nutzen von mehr Frauen im Aufsichtsrat. Eine gesetzliche Quote jedoch findet nur jeder 20ste gut, die Hälfte der Räte lehnen sie ab. Immerhin jeder dritte plädiert jedoch für eine freiwillige Selsbtverpflichtung, wie sie etwa kürzlich die Deutsche Telekom eingeführt hat.

Die übergroße Mehrheit (85 Prozent) der amtierenden Aufsichtsräte ist jedoch dafür, zumindest eine Frau in die Kontrollrunde zu holen. Immerhin 13 Prozent fänden es gut, wenn frei werdenden Posten zwingend mit Frauen besetzt werden müssten.

Kommentare zu " Kienbaum-Studie: Aufsichtsräte glauben an 30-Prozent-Frauenquote"

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  • Welch ein Schwachfug!

    Gibt es dann bei Damen-dominierten Aufsichtsräten eine 30%-Männerquote?

    Nein?

    Dann sollten wir dies hier ganz schnell vergessen und die fähigsten Menschen den Job machen lassen - egal ob Männlein oder Weiblein

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