Kind brannte Gartenhaus des Nachbarn ab
Gericht schränkt Haftungspflicht von Eltern ein

Eltern haften nicht in jedem Fall für zündelnde Kinder. Über ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken informiert die Deutsche Anwaltsauskunft.

HB BERLIN. In dem Fall hatte ein elfjähriger Junge unerlaubt im Gartenhaus des Nachbarn mit Streichhölzern gespielt. Das Gartenhaus brannte ab. Der Nachbar verlangte Schadensersatz von den Eltern. Das Oberlandesgericht Saarbrücken stellte sich in zweiter Instanz auf die Seite der Eltern und lehnte die Forderung ab.

Bei einem elfjährigen, normal entwickelten Jungen verbiete sich die Überwachung auf Schritt und Tritt sowie eine ständige Kontrolle des Aufenthaltes durch die Eltern wie bei einem Kleinkind, hieß es in der Urteilsbegründung. In diesem Alter müsse Kindern ein Spielen im Freien ohne Aufsicht erlaubt sein. Dazu gehöre auch die Eroberung und das Entdecken von "Neuland". Es könne nicht erwartet werden, dass die Kinder in jedem Fall von Streichhölzern und Feuerzeugen fern gehalten würden.

(Aktenzeichen: Oberlandesgericht Saarbrücken 4 U 137/05)

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