Kinderbetreuung
Konzerne füllen Lücken bei der Kinderbetreuung

Die deutschen Kommunen kommen beim Ausbau der Kindertagesstätten kaum noch nach. Deshalb sollen jetzt die Betriebe mit eigenen Betreuungen aushelfen. Firmen wie Siemens gehen mit gutem Beispiel voran - vor allem, um attraktiv für Fachkräfte mit Nachwuchs zu sein.
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BERLIN. Nach 68 Jahren hat der Kosmetikkonzern Henkel in Düsseldorf eine zweite Betriebskindertagesstätte eröffnet. Die 85 Plätze, die auch Nicht-Henkelanern offen stehen, "waren sofort voll", berichtet eine Sprecherin.

Henkel liegt im Trend. Vor allem große Konzerne nehmen die Kinderbetreuung zunehmend selbst in die Hand. Aber auch Mittelständler gehen verstärkt dazu über, Belegplätze in Kitas zu besetzen, heißt es beim Bundesverband der Arbeitgeber.

Die große Masse der neuen Plätze für Kinder unter drei Jahren muss zwar in den Häusern der Städte und freien Träger entstehen (siehe "Kita-Ausbau"). Doch die Kommunen kommen kaum nach. Deshalb setzen sie nun bewusst auf die Privatwirtschaft, sagt die Präsidentin des Städtetags, Petra Roth. In Frankfurt hat Oberbürgermeisterin Roth die Förderung für Betriebskitas drastisch erhöht: Wenn Betriebe diese auch Dritten öffnen, zahlt die Stadt 75 Prozent der Investition. Den Betriebskostenzuschuss stockte sie von 60 auf 100 Prozent auf.

Bisher wurden Betriebskindergärten oft schlechter gefördert als freie Träger - deshalb gibt es so wenige. Von 50 000 deutschen Kitas sind gerade mal 766 von Unternehmen organisiert. Das ändert sich nun langsam.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte im Kinderförderungsgesetz Betriebskitas prinzipiell gleichstellen, die SPD war jedoch dagegen. Nun entscheiden darüber die Länder.

"Hauseigene Betreuung lohnt sich auch betriebswirtschaftlich"

Allein Siemens will die Plätze in seinen Betriebskitas bis 2011 auf 800 verdoppeln. Im Mai eröffnete der Elektronikkonzern seine 15. Kita. Das dient nicht nur dem Image: "Angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel will Siemens die Kompetenz der Mitarbeiter im Unternehmen halten", heißt es dort. "Eltern sollen beste Voraussetzungen haben, bald nach der Geburt wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren", sagte Personalvorstand Siegfried Russwurm.

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