Kinowelt hat sich übernommen
Filmhändler Kölmel schlüpft in Opferrolle

Der angeklagte Filmrechtehändler Michael Kölmel hat vor dem Landgericht München I den Absturz der so genannten New Economy ab 2001 für die Insolvenz seines Firmen-Imperiums verantwortlich gemacht.

HB MÜNCHEN. Der Börsen-Crash von 2001 habe nicht nur ihn "auf dem falschen Fuß erwischt", sagte der Angeklagte am zweiten Prozesstag. Das Geschäftsmodell hat dann nach seiner Einschätzung nicht mehr funktioniert. Kinowelt hatte sich insbesondere beim Kauf eines großen Hollywood-Filmpakets überhoben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-jährigen Volkswirt und Mathematiker Untreue mit einem Gesamtschaden von rund 22,8 Millionen Euro beim Verkauf seiner mit hohen Risiken behafteten Sportwelt GmbH an die von ihm beherrschte Kinowelt Medien AG vor. Letztere habe auf sein Betreiben ohne Zustimmung des Aufsichtsrats Millionen an die Sportwelt und auf Kölmel-Konten überwiesen.

Die Übernahme der Sportwelt sei im Mai 2000 aus Expansionsgründen ein "Muss" gewesen, sagte Kölmel. Er wollte in den Markt der Fußballübertragungsrechte durch Verträge mit ausgewählten Traditionsvereinen unterer Klassen wie Rot-Weiß Essen einsteigen. Bei der Verkaufsabwicklung habe er sich auf den für die Finanzen zuständigen Kinowelt-Vorstand verlassen, gegen den die Staatsanwaltschaft noch ermittelt. Die Millionen-Transfers in seine Kasse bestreitet er nicht. Fünfzehn Millionen Euro seien "unaufgefordert" als Rückzahlung weit höherer Darlehen an ihn geflossen, der Rest an die Sportwelt.

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