Kirch warf Breuer und Malone "Verschwörung" vor
US-Gericht weist Klage gegen Breuer ab

Ein US-Gericht hat die Klage des ehemaligen Medienunternehmers Leo Kirch gegen den ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer und den Chairman des US-Medienkonzerns Liberty Media, John Malone, in erster Instanz zurückgewiesen.

HB FRANKFURT. Wie aus einem 31 Seiten langen Gerichtsdokument hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, hat die zuständige Richterin Naomi Reice Buchwald am 24. September in erster Instanz dem Antrag der Angeklagten statt gegeben und die Klage abgewiesen. Kirch wirft Deutschlands größter Bank vor, Breuer habe durch Äußerungen in einem TV-Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt und die Insolvenz seines Unternehmens damit befördert.

Die Richterin sieht den Dokumenten zufolge keine Grundlage für die Klage. Die Breuer-Äußerungen seien eine Meinung und auch nicht falsch gewesen. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte: "Ich kann bestätigen, dass die Klage von Kirch gegen Breuer in den USA abgewiesen worden ist." Kirchs US-Anwälte teilten mit, sie seien mit dem Urteil nicht einverstanden. Die Entscheidung sei nur der erste Schritt in einem rechtlichen Prozess.

"Was man alles lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen", hatte Breuer Anfang Februar 2002 in dem umstrittenen Interview gesagt. Nur zwei Monate danach brach das Medienimperium Kirchs Zug um Zug in sich zusammen.

Ende 2003 hatte das Oberlandesgerichts München entschieden, Breuer, der noch dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank vorsteht, habe sich fahrlässig zur Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert, so dass die Deutsche Bank für das Interview Breuers grundsätzlich haften muss. Die Bank selbst hat vor dem Bundesgerichtshof (BGH) Beschwerde gegen die OLG-Entscheidung eingelegt, weil diese eine Revision nicht zulässt. Die Höhe des Schadensersatzes gegen die Deutsche Bank muss Kirch in separaten Klagen durchsetzen und hatte deswegen in den USA eine Klage angestrengt.

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