Kirk Kerkorian wird 90
Seine Leidenschaft heißt Las Vegas

Spieler ohne Grenzen: Kirk Kerkorian stemmt Milliardendeals fast im Monatstakt. Doch was macht der Mann, wenn er Geburtstag hat?

ebe NEW YORK. Als der Unternehmer aus Las Vegas 87 wurde, genehmigte er sich ein Stück Kuchen, spielte eine Runde Tennis in Beverly Hills und machte eine acht Mrd. Dollar schwere Firmenübernahme publik. Die Wahrscheinlichkeit, dass morgen Ähnliches passiert, ist nicht eben klein: Kerkorian feiert dann seinen 90. Geburtstag – und will von Rente noch immer nichts wissen.

Erst vor zwei Wochen hat er angekündigt, über sein privates Investment-Vehikel Tracinda das Luxus-Domizil Bellagio sowie ein benachbartes Milliardenprojekt in Las Vegas von MGM Mirage übernehmen zu wollen. Die MGM-Aktie schoss um 30 Prozent in die Höhe, der Marktwert stieg um fünf Milliarden Dollar, und der Hauptgewinner hieß: Kerkorian. An MGM ist er selbst mit 56 Prozent beteiligt. Investoren meckerten umgehend, Kerkorian wolle sich die Kronjuwelen von MGM herauspicken und sie in sein privates Reich überführen. Ein Insider-Deal im Spielerparadies – nichts charakterisiert Kerkorian besser als dieses Geschäft. Seine Leidenschaft heißt Las Vegas, noch immer: Gemeinsam mit MGM hat er begonnen, das Spielerparadies nach Süden hin zu vergrößern und eine neue Kleinstadt in die Wüste Nevadas zu bauen.

Das Leben in der Sonne hat sich Kerkorian hart erarbeitet. Ohne Schulabschluss schlägt sich der Sohn armenischer Einwanderer zunächst mit Gelegenheitsjobs durch. Fasziniert von der Fliegerei, steigt er während des Zweiten Weltkriegs ins Cockpit und gründet später eine Chartergesellschaft, die Spieler von Kalifornien nach Las Vegas transportiert. Mit Trans International geht er an die Börse: Er verkauft die Firma an Transamerica und erlöst 104 Mill. Dollar – Spielgeld!

Vernarrt in Las Vegas, baut er 1969 das größte Hotel seiner Zeit mit 1512 Zimmern. Inzwischen kontrolliert er über das MGM Mirage mehr als die Hälfte der Betten in der Spielermetropole. Regelmäßig schlug er auch als Investor im Autobau auf, etwa bei General Motors und Chrysler. Mit seiner Offerte für Chrysler musste er vor wenigen Wochen eine herbe Niederlage einstecken – er scheiterte. Doch Rückschläge beschäftigen ihn nicht lange. Längst hat er neue Pläne für die Glücksspielmetropole in der Wüste. Denn an den Spieltischen von Las Vegas verabschiedete sich Kerkorian regelmäßig mit Gewinn: Sein Nettovermögen taxierte Forbes zuletzt auf 15 Mrd. Dollar.

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