Klage gegen Berufsgenossenschaft erfolglos
Unfallversicherung deckt nur den direkten Heimweg ab

Wer nach einer Betriebsfeier nicht den direkten Weg nach Hause nimmt sondern 20 Kilometer Umweg fährt, verliert den Schutz seiner gesetzlichen Unfallversicherung.

HB DARMSTADT. Das entschied das Hessische Landessozialgericht am Dienstag in Darmstadt. Die Richter wiesen damit die Klage einer Witwe auf Hinterbliebenenrente zurück, deren Mann nach einem Betriebsfest einen Umweg fuhr und tödlich verunglückte. Die Revision wurde nicht zugelassen (Aktenzeichen: AZ L 3 U 139/05).

In dem Fall hatte ein Außendienstmitarbeiter nach einem Betriebsfest statt des kürzesten Heimwegs von gut 15 Kilometern eine 38 Kilometer lange Strecke über die Autobahn eingeschlagen. Auf einer Autobahnausfahrt verunglückte der Mann tödlich. Die Berufsgenossenschaft lehnte daraufhin einen Anspruch der Witwe auf Hinterbliebenenrente ab, da als Wegeunfall nur der kürzeste Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle beziehungsweise dem Ort der Betriebsfeier versichert sei.

Die Witwe machte geltend, ihr Mann habe sich verfahren und sei den längeren Weg nach Hause "irrtümlich" gefahren. Daher bleibe der gesetzliche Unfallversicherungsschutz erhalten.

Die Berufsgenossenschaft vermutete hingegen, der Versicherte sei der nicht identifizierte Fahrer gewesen, der kurz vor dem Unfall vor einer Polizeikontrolle gewendet habe. Auf seiner Flucht vor der Polizei sei er nicht unfallversichert gewesen.

Die Darmstädter Richter hielten beide Versionen für gleich wahrscheinlich und keine für erwiesen. Die Hinterbliebenenrente sei zu Recht abgelehnt worden, weil die Beweislast bei der Klägerin liege.

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