Klage wegen Insiderhandels zugelassen
Kerkorian muss sich vor Gericht verantworten

Ein Kleinaktionär wirft dem US-Milliardär Kirk Kerkorian Insiderhandel mit Daimler-Chrysler-Aktien vor. Seine entsprechende Klage wurde nun von einem kalifornischen Gericht zugelassen.

HB STUTTGART. Das Bezirksgericht verwarf laut einer der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorliegenden Entscheidung die Einsprüche von Kerkorian und dessen Investfirma Tracinda gegen den wesentlichen Teil der Klage des Daimler-Chrysler-Aktionärs Donald Johnson, der eine Sammelklage vieler Kleinaktionäre anstrebt. In dem Prozess geht es um den Verkauf von 8,64 Mill. Daimler-Chrysler-Aktien für rund 755 Mill. Dollar im März und im Juni 1999.

Kerkorian habe sich dabei Insiderwissen seines Vertreters im Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat, James Aljian, zunutze gemacht, und damit 120 Mill. Dollar an Verlusten vermieden, heißt es in der zugelassenen Klageschrift. Aljian habe geheime Dokumente aus einer Sitzung des Aufsichtsrats im Februar des Jahres Kerkorian zugänglich gemacht, aus denen hervor ging, dass Daimler-Chrysler in den Folgejahren mit einem beträchtlichen Rückgang des frei verfügbaren Mittelzuflusses (free cash-flow) zu rechnen habe. Als dies Ende Juni 1999 publik gemacht wurde, sei der Kurs der Daimler-Chrysler-Aktie um 8,8 % eingebrochen.

Mit dem Verkauf der zwei Pakete, die rund 18 % seines einstigen Daimler-Chrysler-Anteilsbesitzes ausmachten, trennte Kerkorian sich zum ersten Mal nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler von Aktien des deutsch-amerikanischen Konzerns.

Der Prozess könnte ein neues Licht auf den Prozess werfen, den Kerkorian gegen Daimler-Chrysler angestrengt hatte und in dem er Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp im vergangenen Dezember zwei Tage lang in den Zeugenstand gezwungen hatte. Der 87-Jährige Kerkorian, der den Grundstock für seinen Reichtum in Las Vegas gelegt hatte, fühlt sich bei dem Zusammenschluss übervorteilt, weil Schrempp eine „Fusion unter Gleichen“ vorgespiegelt habe, die in Wahrheit eine Übernahme von Chrysler durch Daimler-Benz gewesen sei. Kerkorian fordert mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Ein Urteil wird Ende des Jahres erwartet.

Schon in diesem Verfahren waren Insidervorwürfe gegen den ehemaligen Chrysler-Großaktionär laut geworden. So sei er es gewesen, der den Fusionsplan vorzeitig an die Presse verraten habe.

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