Klarer Wahlsieg
Strauss-Kahn ist neuer IWF-Chef

Der frühere französische Finanzminister Dominique Strauss-Kahn ist zum neuen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewählt worden. Russland-Favorit Tosovsky war bei der Wahl chancenlos. Strauss-Kahn will sich nun vor allem zwei Projekten widmen.

HB WASHINGTON. Der Exekutivrat der Finanzinstitution habe den 58-Jährigen einstimmig gewählt, teilte der IWF am Freitag in Washington mit. Strauss-Kahn löst den Spanier Rodrigo de Rato ab, der aus persönlichen Gründen seinen vorzeitigen Amtsverzicht angekündigt hatte. Einziger Gegenkandidat war der frühere tschechische Zentralbankdirektor Josef Tosovsky.

„Das ist für mich Freude, Ehre und Verantwortung“, teilte Strauss- Kahn unmittelbar nach seiner Wahl mit. Angesichts der breiten Unterstützung vor allem von ärmeren Staaten und Schwellenländern wolle er sich „ohne Verzögerung“ den nötigen Reformen des IWF widmen. Ein stabiles Finanzsystem müsse der internationalen Gemeinschaft dienen und zugleich Wachstum und Beschäftigung fördern, betonte Strauss-Kahn. Er tritt sein neues Amt offiziell zum 1. November an.

Die Wahl des Franzosen galt als sicher, nachdem die USA als größter Anteilseigner des IWF vergangene Woche offiziell seine Kandidatur unterstützt hatten. Mitbewerber Tosovsky war von Russland vorgeschlagen worden. Die Regierung in Prag hatte es aber abgelehnt, seine Kandidatur zu unterstützen. Der Chefposten des IWF geht traditionell an einen Europäer, während die Spitze der Weltbank als Schwesterorganisation des Fonds mit einem US-Bürger besetzt wird.

Strauss-Kahn hatte bereits deutlich gemacht, dass er die Reform des Währungsfonds weiter vorantreiben wolle, die unter anderem eine größere Rolle aufstrebender Schwellenländer wie China oder Brasilien beinhaltet. Zudem will er die Überwachungsfunktion des IWF angesichts einer sich schnell wandelnden Weltwirtschaft stärken.

Der bisherige IWF-Chef de Rato gratulierte seinem Nachfolger. Er kenne Strauss-Kahn seit vielen Jahren. „Ich weiß, dass er die Erfahrung, die Vision und das Engagement für ein öffentliches Amt besitzt, um den IWF an dieser wichtigen Weggabelung zu führen.“

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