Klaus-Dieter Peters
Der Herr des Hafens

Nach Irrungen und Wirrungen bringt Klaus-Dieter Peters die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) diese Woche an die Börse.

DÜSSELDORF. Großer Auftrieb in Frankfurt. Fernsehkameras und 50 Finanzjournalisten drängeln sich im Konferenzraum des Steigenberger Parkhotels. Vorne, am Rednerpult, steht ein sportlich wirkender Mann: Klaus-Dieter Peters. Er wirbt für die Hamburger Hafenaktie und macht dies auf seine eher trockene Art, beantwortet Fragen kurz und knapp.

„Wir sind nicht nur Gewinner der Globalisierung, sondern auch Treiber“, macht der Vorstandschef der Hamburger Hafen und Lagerhaus AG (HHLA) Reklame für einen der größten Börsengänge dieses Jahres in Deutschland. Bis 2012 will der Betreiber des Hamburger Hafens rund 1,5 Milliarden Euro investieren und so die Kapazität der Hafenanlagen verdoppeln. Auch Übernahmen anderer Hafenbetreiber im Ausland seien denkbar, sagt er am vergangenen Montag – und geht danach auf Werbetour in Europa und den USA.

Ob er sich genug ins Zeug gelegt hat? Diese Woche wird zeigen, wie viel die Anleger für das Papier, das zwischen 43,00 bis 53,00 Euro angeboten wird, zahlen wollen. Am Freitag soll die Börsenpremiere folgen.

Der vorläufige Höhepunkt einer Karriere mit Pannen und Hindernissen. Als Peters vor vier Jahren in Hamburg antrat, stellte ihn die Pressestelle des Hamburger Senats als ehemaligen Chef der Birkart Globistics AG vor. Doch den Job beim Aschaffenburger Logistikkonzern hat Peters nie richtig angetreten. Bereits kurz nach seinem Einstieg als designierter Vorstandschef war er dort schon wieder weg. Der Thiel-Konzern schluckte Birkart. Für Peters war kein Platz mehr.

Doch die Birkart-Panne konnte die Karriere des 54-Jährigen, der bei der Bahntochter Schenker Speditionskaufmann lernte und es ohne Studium in den Vorstand schaffte, nicht gefährden. Die HHLA holte ihn vor vier Jahren nach Hamburg, um das Unternehmen der Hansestadt auf die Privatisierung vorzubereiten.

Seitdem steuert er die HHLA vom „Schlösschen“ aus, wie die Hafenarbeiter die Zentrale in der Speicherstadt mit ihren roten Backsteinziegeln wegen ihres Baustils nennen. Er hat das Unternehmen inzwischen so aufgestellt, dass es satte schwarze Zahlen schreibt.

Und nun will er für die Stadt aus der Privatisierung eines 30-Prozent-Anteils mehr als eine Milliarde Euro erlösen. Hamburg braucht das Geld für den Ausbau der Hafeninfrastruktur, insbesondere die Vertiefung der Elbe, um nicht den Anschluss im boomenden Containergeschäft zu verlieren, das von der Globalisierung der Warenströme angetrieben wird.

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