Klaus J. Jacobs
Getriebener und Antreiber

Kaffee, Schokolade, Zeitarbeit: Der Unternehmer Klaus J. Jacobs ist mit 71 Jahren gestorben

ZÜRICH. Der Mann, der die Jacobs Krönung erfand, ist tot. Gestern starb der Unternehmer und Mäzen Klaus J. Jacobs nach längerer Krankheit im Alter von 71 Jahren. Jacobs gilt als eine der bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Seiner Jacobs-Holding gehören knapp 27 Prozent an der Zeitarbeitsfirma Adecco, mehr als 50 Prozent am Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut und rund 58 Prozent an der Sportrechtefirma Infront Sports & Media. Sein Privatvermögen wird auf etwa drei Milliarden Franken geschätzt.

Groß geworden ist Klaus Jacobs jedoch mit Kaffee. Der 1936 in Bremen geborene Kaufmann übernimmt 1970 von seinem Vater die Geschäftsführung des Kaffeehandelshauses Joh. Jacobs + Co. In Bremen reibt er sich mit dem ewigen Rivalen, den Tchibo-Erben Herz.

Später verkauft Jacobs sein Kaffeehaus und siedelt in die Schweiz über. Die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt und mehr noch der linke Bremer Senat sind ihm suspekt. Mit dem Verkaufserlös aus dem Kaffeegeschäft baut er sich unter dem Namen Jacobs Suchard am Züricher See ein Schokoladenimperium auf. Dazu gehören so bekannte Marken wie Tobler und Milka. Nebenbei schafft es der Pferdefreund in den Olympia-Kader der Schweizer Dressur-Reiter. Zuvor hat er bereits die Staatsbürgerschaft der Eidgenossen angenommen.

Anfang der 90er-Jahre gerät der „fahrende Sänger“ (Jacobs über Jacobs) unter finanziellen Druck, da seine Geschwister angeblich darauf drängen, ihr Erbe zu bekommen. Jacobs verkauft sein zweites Imperium an den US-Konzern Philip Morris. Die Schweizer verübeln ihm das sehr. „Ich hatte keine andere Wahl“, rechtfertigt er sich später. Jacobs, ein Getriebener und Antreiber.

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