Klaus Kleinfeld geht zu Alcoa
Mit Volldampf zurück

Gerade erst hat er Siemens verlassen. Schon hat Klaus Kleinfeld einen neuen Top-Job gefunden: Er rückt an die Spitze des Aluminiumriesen Alcoa. Kleinfeld ist für den Konzern „der richtige Mann“. Und schon bald könnte der Deutsche für eine weitere kleine Sensation sorgen.

DÜSSELDORF. Eines war allen klar: Ein sportlicher, energiegeladener Mann wie er gibt sich nicht zufrieden mit einem Teilzeitjob an der Spitze eines Verwaltungsrates oder einem der vielen Honoratiorenposten in der Finanzbranche. Nein, für Klaus Kleinfeld kommt nur etwas Handfestes in Frage, ein international tätiges Unternehmen, wo er wirklich mitmischen kann.

Aber dass es so schnell gehen würde, überrascht dann doch: Jetzt, wenige Wochen nach seinem Abgang als Siemens-Chef, meldet sich der groß gewachsene 49-Jährige zurück. Kleinfeld wird ab 1. Oktober neuer President und Chief Operating Officer (COO) des US-Aluminiumriesen Alcoa in Pittsburgh. Der Konzern erzielte im vergangenen Jahr mit 116 000 Mitarbeitern einen Umsatz von umgerechnet 23 Milliarden Euro. Siemens ist mit 475 000 Mitarbeitern und 87 Milliarden Euro Umsatz fast viermal so groß.

Kleinfeld kennt den bislang noch weltgrößten Aluminiumkonzern bereits gut. Seit vier Jahren gehört er dem Board of Directors an, eine Art Aufsichtsrat von Alcoa. Trotzdem gilt Kleinfelds Ernennung zum neuen COO und damit designierten Nachfolger von Konzernchef Alain Belda in Finanzkreisen als kleine Sensation. Denn der frühere Siemens-Chef wäre, falls er im nächsten Jahr tatsächlich den 64-jährigen Belda beerbt, der erste Deutsche an der Spitze eines großen US-Konzerns.

Alcoa steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Nach der fehlgeschlagenen Übernahme des kanadischen Konkurrenten Alcan droht Alcoa bei der fortschreitenden Konsolidierung in der Branche nun selbst zum Übernahmeziel zu werden. Belda wollte Alcan für 28 Milliarden Dollar übernehmen, wurde dann aber vom australisch-britischen Rohstoffgiganten Rio Tinto überboten.

Nun setzt Alcoa also auf Kleinfeld. Dass der sich so schnell wieder zurückmeldet – schneller als viele andere Top-Manager –, passt zu seiner für deutsche Verhältnisse hochbeschleunigten Karriere, die Ende Juni bei Siemens so abrupt abbrach. Kleinfeld, der aus einfachen Verhältnissen kommt, ist ehrgeizig und gewohnt, schnell voranzukommen. Vielleicht ist er deshalb so ungeduldig und braust manchmal auf. Wenn er etwas hasst, dann „Gelaber“.

So startet er vor 30 Jahren nach dem BWL-Studium bei Siemens und arbeitet sich zielstrebig Stück für Stück nach oben – und beerbt im Januar 2005 Heinrich von Pierer als Konzernchef. Es sieht so aus, als ginge es für Kleinfeld im gleichen Tempo wie bisher von Erfolg zu Erfolg. Er entwickelt die neue Siemens-Story mit den Megatrends: Mit Windrädern und Wasseraufbereitung, Zügen und Gasturbinen will er die Schwellenländer bedienen. Und er räumt auf, bringt die Netzwerksparte in ein Joint Venture mit Nokia ein.

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