Kleiderordnung
Wie es Unternehmen mit der Krawatte halten

BMW hat vergangene Woche für große Aufregung gesorgt, als sich eine Mitarbeiterin über die Bekleidung der Kollegen beschwert hat. Ein gutes Beispiel dafür, dass das Thema Kleidungsordnung heikel ist. Die Krawatte sieht man eben auf den ersten Blick, Kompetenz leider nicht. Aber auch hier gibt es Raum für Individualisten.
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DÜSSELDORF. Wenn Steve Jobs seine weltverändernden neuen Erfindungen vorstellt, steigt er in Jeans und Turnschuhen auf die Bühne. Als Chef und Gehirn von Apple könnte man mehr von ihm erwarten, zumindest doch schwarze Lederschuhe. Aber Steve Jobs hat es geschafft, viel weiter kann man auf der Karriereleiter einfach nicht klettern. Und dass er seinen Job gut macht, daran zweifelt niemand. Wen interessiert also, ob der Mann überhaupt einen Anzug im Schrank hat?

Es gibt zwei Lager bei der Diskussion um die angemessene Arbeitskleidung. Die einen stellen Leistung vor Kleidung. Für die anderen ist es eigenwillige Torheit, den Sakko im Schrank zu lassen und so den ersten Eindruck bei Kunden wie bei Vorgesetzten aufs Spiel zu setzen.

Tatsache ist, dass es oft überhaupt keiner schriftlich festgehaltenen Kleidungsordnung bedarf. Wie man sich an einem Bankschalter oder in einer Vorstandssitzung kleidet, weiß jeder. Es ist Tradition, und an die passt sich die große Mehrheit an, ohne zu murren. Bei der DZ-Bank zum Beispiel gibt es gar keine Kleiderordnung - dabei denkt man bei makellosem Business-Dress meistens als erstes an Banken.

Aber auch in anderen Branchen findet man dieselbe Treue zur Tradition. Der IT-Konzern IBM ist auch heute noch dafür bekannt, dass vor langer Zeit einmal der blaue Anzug mit weißem Hemd strengste Pflicht war. Immer noch sieht man viele dunkle, konservative Anzüge.

"Wir sind ein Traditionsunternehmen, und die Mitarbeiter leben diese Identität weiter", sagt Cornelia Rauchenberger, Sprecherin für IBM in Deutschland. Die Zeit hat der Regel allerdings die Strenge genommen, sagt Rauchenberger: "Wenn heute jemand im blauen Hemd kommt, wird er sicher nicht mehr darauf angesprochen."

Selbst dieses Zugeständnis hört sich verstaubt an, wenn Sabine Schwind von Egelstein, Beraterin für Unternehmenskultur, von der deutschen Freiheit beim Business Dress erzählt: "Die Business-Kleidung in Deutschland ist viel modischer und freier als in vielen anderen europäischen Ländern, und erst recht als in Asien."

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