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Aufsichtsrat-Karussell: Die Allzweck-Waffen der Deutschland AG

Bei Thyssen-Krupp wird nach Gerhard Crommes Abgang ein Aufsichtsratschef gesucht, bei Siemens gilt er als Wackelkandidat. Bei der Suche nach Aufsehern fallen immer die gleichen Namen. Ein Blick in die Altherren-Riege.

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Aufsichtsratschef Gerhard Cromme (70) hat bei Thyssen-Krupp seinen Hut genommen – die Rückendeckung des 99-jährigen Firmenpatriarchen und Ehrenvorsitzenden Berthold Beitz war abhanden gekommen. In der Diskussion um die Nachfolge fallen Namen, die in der Welt der Aufsichtsräte wohl bekannt sind.

Aktionärsschützer sprechen sich für einen externen Kandidaten als Nachfolger bei Thyssen-Krupp aus. Dieser könne einen wirklichen Neuanfang bei dem von Milliarden-Verlusten, Kartellverfahren und Personalquerelen erschütterten Traditionskonzern verkörpern, sagte ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Die Personalie Cromme sollte nicht davon ablenken, dass es „weitergehende Fragen zur Zusammensetzung und Effektivität des Aufsichtsrats gibt“, erklärte Hans-Christoph Hirt von Hermes Fund Managers. „Wenn die Krupp-Stiftung jetzt einen Kandidaten entsendet, der nicht das Kaliber, die nötige Unabhängigkeit (..) hat, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen und den Neuanfang des Unternehmens voranzutreiben, würden die positiven Aspekte des Rücktritts fast überschattet“, warnte er.

Bild: dapd