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Aufsichtsratschef: Kopper wacht künftig über die HSH Nordbank

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hat bald einen neuen Job: Kopper wird nach Handelsblatt-Informationen neuer Aufsichtsratschef der angeschlagenen HSH Nordbank. Der 74-jährige soll das zum Teil verloren gegangene Vertrauen wieder herstellen. Ein Porträt über einen der mächtigsten deutschen Banker der vergangenen Jahrzehnte.

Hilmar Kopper, wacht künftig über die HSH Nordbank. Quelle: dpa
Hilmar Kopper, wacht künftig über die HSH Nordbank. Quelle: dpa

BERLIN. Nach Pech und Pannen in den vergangenen Wochen ist den beiden größten Anteilseignern der HSH Nordbank jetzt ein Überraschungscoup geglückt. Nach Informationen aus Aktionärskreisen soll der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper künftig den Aufsichtsrat des weltgrößten Schiffsfinanzierers führen. Er tritt die Nachfolge von Wolfgang Peiner an, der seinen Rücktritt bereits angekündigt, aber mangels Nachfolger aufgeschoben hatte.

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Am Dienstag wollen die Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg die Nachfolgeregelung offiziell bekannt geben. Offensichtlich hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) persönlich den 74-jährigen Kopper überredet, das Amt zu übernehmen.

Der westpreußische Bauernsohn Kopper hat das Bankhandwerk von der Pike auf erlernt. Er startete 1954 als Lehrling bei der Deutschen Bank und stieg 1977 zum Vorstandsmitglied auf. Weitere elf Jahre später wurde er Vorstandssprecher des größten deutschen Bankhauses - nach der Ermordung des damaligen Vorstandssprechers Alfred Herrhausen. Er übte dieses Amt bis 1997 aus wechselte anschließend an die Spitze des Aufsichtsrats des Instituts. 2002 gab er dieses Amt ab.

Zwischen 1998 und 2007 war Kopper zudem Aufsichtsratschef von Daimler-Chrysler. Gemeinsam mit dem ehemaligen Vorstandschef Jürgen Schrempp focht er für die Idee eines weltumspannenden Automobilkonzerns, die Schrempp eine "Hochzeit im Himmel" nannte. Der Plan scheiterte, Daimler und Chrysler sind längst wieder geschieden.

Entschlossenheit demonstrierte Kopper, als er den Wirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger in der Hauptversammlung von Daimler-Chrysler nach Überschreitung seiner Redezeit und wiederholter Aufforderung, das Pult zu verlassen, von Saalordnern heraustragen ließ.

Kultstatus erreicht er aber mit dem "Peanuts". So bezeichnete Kopper die rund 25 Mio. Euro Schaden, der Handwerkern durch die Pleite des Baulöwen Jürgen Schneider entstanden war. Die Erdnüsse, die ihm Spötter daraufhin schenkten, soll er alle gesammelt haben, ließ sich gar für eine Werbekampagne auf einem Berg Erdnüsse ablichten.

Bei der HSH Nordbank wird sich erst herausstellen müssen ob Kopper den "Rüpel" oder "Grandseigneur" gibt. So wie in einer Talkshow im September 2008, wo er verlangte, geschäftsuntüchtige Banken müssten im Kapitalismus eben verschwinden. Und der HSH Nordbank geht es nicht gut, langweilig wird Kopper da nicht werden: Im vergangenen Jahr verbuchte die HSH Verluste in Höhe von 2,8 Mrd. Euro. Auf rund eine Mrd. Euro-Verlust stellt man sich 2009 ein. Vor wenigen Tagen haben die Mehrheitseigner grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von drei Mrd. Euro gegeben, zudem gibt es eine zehn Mrd. Euro schwere Bilanzgarantie durch die Eigner. Selbst will das Institut seine Bilanzsumme halbieren.

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