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Autohersteller: Audi-TT-Designer erklimmt Spitzenposten bei Kia

Mit der Gestaltung der „Tiger-Nase“ der Modelle des koreanischen Autoherstellers Kia hat Ex-Audi-Designer Peter Schreyer sich bereits verewigt. Jetzt steigt er auch im Management des Konzerns auf. Umziehen muss er nicht.

Der sportlichen Aggressivität der Front des Kia Optima hinkt dem Dieselmotor hinterher. Quelle: Sebastian Schaal
Der sportlichen Aggressivität der Front des Kia Optima hinkt dem Dieselmotor hinterher. Quelle: Sebastian Schaal

SeoulDer koreanische Autohersteller Kia hat den eigenen Chefdesigner Peter Schreyer an die Spitze befördert und macht somit erstmals einen Ausländer zum Präsidenten. Der aus Deutschland stammende Schreyer war bereits 2006 von der Volkswagen-Tochter Audi abgeworben worden, und sei nun vom Executive Vice President zum President gemacht worden, wie Kia am Freitag mitteilte. Schreyer, der sein Amt weiterhin aus Frankfurt ausüben wird, ist damit einer der drei Präsidenten von Kia. Bei Audi hatte er sich unter andere mit dem Design des Sportwagens TT einen Namen gemacht.

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Der erfolgreiche Hersteller aus Südkorea will sich mit der Beförderung ein internationaleres Image sichern, wie Marktbeobachter sagten. „Mit der Berufung setzt sich ein Wandel von den traditionell bei Kia wichtigen Werten günstiger Produktion und Kosteneffizienz hin zu Design und technischer Entwicklung fort“, schätzte Analyst Shin Chung Kwan von KB Investment & Securities Co. in Seoul ein. Auch wolle Kia vermehrt als weltweit agierendes Unternehmen wahrgenommen werden, in dem ein Ausländer eine der Führungspositionen ausfüllen könne.

Kia Optima im Handelsblatt Autotest Aggressiv im Styling, schwach auf der Brust

Kia hat gleich mehrere Eisen im Feuer, um der Konkurrenz das Leben zu erschweren. Zu den unbekannteren zählt die große Limousine namens Optima. Ob der Passat-Konkurrent ein echter Geheimtipp bleibt, klärt der Fahrtest.

Kia und Hyundai Motor Co. werden weiterhin geleitet vom Vorstandsvorsitzenden Chung Mong Koo. Dessen Sohn Chung Eui Sun hatte Schreyer vor sechs Jahren zu Kia geholt. Beide Marken wollen seit einiger Zeit weg vom Image von Billigherstellern.

Schreyer hatte bei Volkswagen unter anderem das Design des Kompaktsportlers Audi TT und des New Beetle verantwortet. Der 59 Jahre alte Absolvent des Royal College of Art in London war bereits 1980 zu Audi gekommen und wurde hier später zum Designchef.

Asiens Autohersteller

  • Wachstumsstark und clever

    Viele kleinere Autohersteller aus Fernost haben Ambitionen, sich in den nächsten Jahren zu Weltmarken zu entwickeln:

  • SAIC (China)

    Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) ist in Deutschland als VW-Partner bekannt, zeigt aber immer mehr Eigenständigkeit. 2011 wurden mehr als vier Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

  • SAIC (China)

    Damit hat sich der Absatz seit 2005 vervierfacht. SAIC könnte als einer der ersten chinesischen Anbieter auf dem Weltmarkt bestehen. In Großbritannien verkauft SAIC unter der zugekauften Marke MG Rover bereits Autos.

  • BAIC (China)

    Die Beijing Automotive Industry Corporation Group (BAIC Group) ist das Pekinger Gegenstück zu SAIC. BAIC kooperiert mit Daimler und Hyundai. In Europa ist sie zuletzt als möglicher Käufer für die schwedische Marke Saab ins Gespräch gekommen.

  • BAIC (China)

    Der fünftgrößte chinesische Autobauer ist eine Kooperation mit der russischen AMS Group eingegangen, um den Markt des Nachbarlands für die eigenen Produkte zu erschließen.

  • Chery (China)

    Chery ist wie BAIC und SAIC ein Staatsbetrieb, kommt aber etwas flippiger daher und ist der Exportchampion unter den Chinesen. Das Unternehmen setzt konsequent auf Absatz in anderen Schwellenländern und betreibt eigene Fabriken beispielsweise in Indonesien, der Ukraine oder der Türkei.

  • Chery (China)

    Mit rund 800 000 abgesetzten Autos liegt Chery im chinesischen Ranking auf Platz sieben. Durch konsequente Ausgaben für eigene Entwicklung sichert sich der Anbieter eine solide Position im unteren Marktsegment.

  • Geely (China)

    Der Ehrgeizling unter Chinas Autofirmen befindet sich nicht in Staatshand, sondern ist ein Privatunternehmen. Im Laufe des Jahres will das Unternehmen sein Topmodell Emgrand in Großbritannien und Italien auf den Markt bringen.

  • Geely (China)

    Das ist konsequente Fortsetzung einer Strategie, die sich bereits 2010 im Kauf der schwedischen Traditionsmarke Volvo gezeigt hat: nicht kleckern, sondern klotzen – und konsequent auf Qualität setzen.

  • Tata (Indien)

    Indiens wichtigstes Industrieunternehmen Tata strebt längst nach mehr als nur dem Rang eines regionalen Marktführers. Mit der Übernahme der britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover schrieb das Unternehmen 2008 Industriegeschichte.

  • Tata (Indien)

    Der Konzern stellt im Jahr nur gut eine Million Fahrzeuge her. Doch mit Jaguar und Land Rover setzen die Inder auf internationales Wachstum und wollen zum ernst zu nehmenden Rivalen von BMW werden.

  • Hyundai-Kia (Südkorea)

    Für VW-Boss Martin Winterkorn ist er einer der gefährlichsten Konkurrenten: Hyundai-Kia ist auf dem Vormarsch. Der fünftgrößte Autokonzern will 2012 erstmals die Sieben-Millionen-Schwelle überschreiten. Die Koreaner zählen zu den am schnellsten wachsenden Autokonzernen der Welt.

  • Hyundai-Kia (Südkorea)

    Im vorigen Jahr steigerte der Konzern seinen Absatz weltweit um 15 Prozent. Hyundai-Kia verzeichnete damit drei Jahre hintereinander je zweistellige Zuwachsraten.

Bei Kia hat Schreyer bereits seine Spuren als Designer in der Modellpalette hinterlassen. 2007 wurde die auch als “Tiger Nose” bekannte Front der neueren Kia-Modelle eingeführt, die sich derzeit in allen Modellen bis hin zur Oberklasselimousine Optima wiederfindet. Auch die Modelle Sorrento, Soul und Forte tragen seine Designhandschrift.

Der Kia-Testwagen in Bildern Was am Optima fast perfekt ist - und was nicht

Das Design des Kia Optima ist in der Top-Ausstattungsvariante sportlich, was vor allem dem Wabengrill, den Felgen und den funktionslosen Kiemen zu verdanken ist.

Bild: Sebastian Schaal

 

  • 29.12.2012, 16:26 Uhrblack

    Ich kann weder bei den klassischen VW / Audimodellen etwas " boah " - haftiges erkennen; noch bei KIA.
    Letztendlich sind das auch alle nur gummibereifte Metall- oder Alukisten, die in der Regel fast in Sekunden verfallende Sachwerte darstellen.



  • 29.12.2012, 16:20 Uhrblack

    ...aber bestimmt nicht beim ersten TT; das ging gar nicht.
    Aber: Geschmack ist bekanntlich relativ; von daher eigentlich egal.

    Einen Audi kauf ich sowieso nicht; und einen KIA garantiert nicht.

  • 29.12.2012, 00:37 Uhrmeantares

    Da haben Sie mit den "Reifejahren" recht. Es erweitert den Horizont.

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