
Handelsblatt: Herr Francioni, an der Börse handeln Spekulanten. Sind Sie als Börsenchef so eine Art Herbergsvater für diese Spezies?
Reto Francioni: In vielen Ländern ist mir das Wort Spekulant viel zu negativ besetzt.
Handelsblatt: Doch wohl zu Recht. Es sind doch schließlich nicht zuletzt Spekulanten, die den Euro ins Bodenlose drücken!
Francioni: Was macht der Spekulant? Er schließt Geschäfte ab, die in der Zukunft erfüllt werden müssen, und die Zukunft ist ungewiss. Er übernimmt ein Risiko, und achtet darauf, dass das Risiko und der Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Wir als Börse bieten ihm dafür die größtmögliche Transparenz und der Gesellschaft und dem Staat Kontrollmöglichkeiten an. Vergessen Sie nicht: Nur regulierte Börsen sind kontrollierbar. Die großen Risiken liegen im nicht-regulierten Handel.
Handelsblatt: Aber machen wir es doch konkret: Der Spekulant, der beispielsweise im Fall Griechenland mit Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen handelt, verschlimmert die Situation noch und verteuert mögliche Rettungsaktionen.
Francioni: Zum Teil ja. Aber das spricht nicht gegen die Kreditausfallversicherung generell, sondern allenfalls gegen die Person und ihre Motive, die da handelt. Stellen Sie sich die Finanzströme wie eine Autobahn vor. Die schaffen sie auch nicht ab, weil es Geisterfahrer gibt. Aber sie müssen dafür sorgen, dass jeder sich an Regeln hält. Und das kann man am besten über Börsen.
Handelsblatt: Auf Autobahnen gibt es immerhin Leitplanken und einen Pannenstreifen. . .
Francioni: ... richtig, und es gibt die Autobahnpolizei, und das muss auch so sein. Aber das Ziel muss bleiben, dass der Verkehr zügig fließt und diejenigen, die sich an die Regeln halten, nicht für die wenigen Regelbrecher bestraft werden. Sie könnten so viele Regeln aufstellen, dass keine Unfälle mehr passieren. Aber dann fahren sie am Ende Schritttempo und die Autobahn ist nicht besser als jeder Feldweg.
Handelsblatt: Was heißt das nun für die Finanzmärkte?
Francioni: Bei Finanzströmen heißt das, sie suchen sich einen anderen Weg. Ein Verbot gewisser Produkte in einem einzelnen Land würde den Markt nicht außer Kraft setzen, sondern lediglich verlagern. Wir brauchen intelligente Möglichkeiten. Und wir müssen dafür sorgen, dass dies international und überall gilt. Finanzmärkte sind global, also muss auch die Regulierung in diese Umgebung passen. Jede nationale Differenz in der Regulierung wird von den Marktteilnehmern konsequent ausgenutzt. Da darf Deutschland nicht ins Hintertreffen geraten.
Das ganze erinnert mich an das Spiel SecondLife, wo sich alle in die utopischen Avatare verlieben, mit denen Sie chatten. Dafür ihre Ehepartner verlassen und dann merken dass das ganze doch nur ein Spiel und nicht die Realität war. Das ist für mich die börse geworden.
Jaja Herr Francioni,
darf ich bitte ihre Telefonnummer haben?
Das nächste Mal nämlich, wenn der Markt kurz vor dem bankrott steht und der Staat 2-3 Euros in ihr marodes System investieren muss, damit wir keinen Kollaps erleiden, dann werde ich Sie persönlich anrufen und bitten, die Schäden die daraus entstanden, sind aus ihrer eigenen Tasche zu bezahlen. Das Verhältnis zwischen Risiko und Gewinn ist ja, lt. ihrer Aussage, vernünftig.
Sie solen aufhören die Menschen für Dumm zu verkaufen. irgendwann werden die Menschen aufwachen...
Wieder so eine Propaganda von investmanbankern! Welch eine steile behauptung. "Der Markt lässt sich nichts befehlen!" Ja, Ja. Natürlich nicht! Weil es "den" Markt gar nicht gibt! Was der markt jeweils zu sein hat, das wird durch amerikanische und britische Gesetze bestimmt und von den Regierungen durchgesezt!
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