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Deloitte-Chef Plendl: Sein erster ganz großer Coup

Dass er sehr selbstbewusst ist, daran ließ er von Anfang an keinen Zweifel. Als Martin Plendl im Juli Deutschlandchef von Deloitte wurde, lautete sein erklärtes Ziel: Deloitte soll in Deutschland zu den Rivalen Ernst & Young, KPMG und PWC aufschließen. Nun landet er seinen ersten großen Coup.

Martin Plendl: Der Deloitte-Deutschland-Chef will die Marktmacht seines Unternehmens in Deutschland stärken. Quelle: dpa
Martin Plendl: Der Deloitte-Deutschland-Chef will die Marktmacht seines Unternehmens in Deutschland stärken. Quelle: dpa

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Sein erster Coup kam jetzt wohl auch für den 51-Jährigen überraschend schnell - jedenfalls an die Öffentlichkeit. In der am Mittwochabend hektisch einberufenen Telefonkonferenz war von seiner Gelassenheit nichts zu spüren. Plendl war kurz angebunden, seine Sätze wirkten wie gestanzt: "Das Münchener Beratungsunternehmen Roland Berger wird in Deloitte aufgehen", sagte er - und stapelte damit auch in eigener Sache tief.

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An den Verhandlungen zwischen Deloitte-Weltchef James H. Quigley und Roland-Berger-Chef Martin Wittig war er beteiligt. Und wenn die Partner von Roland Berger der Fusion zustimmen, wird er oberster Chef der deutschen Berater.

Dass sich Plendl zum Ziel gesetzt hat, die Marktmacht von Deloitte in Deutschland zu stärken, kommt nicht von ungefähr. Deloitte ist mit einem Jahresumsatz von 26,58 Mrd. Euro inzwischen weltweit - wenn auch nur knapp - die Nummer eins, in Deutschland aber ist Deloitte weit abgeschlagen und erzielte im Geschäftsjahr bis Juni 2010 nur Umsätze von 577 Mio. Euro. Der nächstgrößere Wettbewerber, Ernst & Young, kam im Vorjahr auf 1,1 Mrd. Euro. Dabei ist immer die Rede von den "big four", wenn es um das Buchprüfergewerbe geht. Nicht so hierzulande. Nur dem glücklichen Umstand, dass K + S aus dem MDax aufstieg, ist es zu verdanken, dass Deloitte heute einen Dax-Konzern prüft. Den Rest teilen sich die drei Gegenspieler auf.

Über die Wirtschaftsprüfung allein kann Plendl sein Ziel aber nicht erreichen. Ein Prüfungsmandat bei einer Großbank würde Plendl zwar gefallen, wie er in einer Runde mit Journalisten kurz vor seinem Amtsantritt durchblicken ließ. Doch er weiß, dass er nicht warten kann, bis er einen solch großen Fisch fängt. Außerdem tobt in der Wirtschaftsprüfung ein harter Preiskampf. Wachstumspotenzial ist dort kaum noch vorhanden.

Deshalb will Plendl im zweiten großen Geschäftsfeld punkten: der Beratung. Das Beratungsgeschäft weiten derzeit zwar alle großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aus. Auch PWC-Chef Norbert Winkeljohann betont gerne, dass dies ein immer wichtigeres Standbein sei. Doch gemeinsam mit Roland Berger und dessen Mandanten wird Deloitte für die Konkurrenz nun unschlagbar auf diesem Gebiet. Konkret sollen die Berger-Partner ihre Anteile an die jeweiligen Landesgesellschaften des Deloitte-Konzerns verkaufen. Die neue operative Firma soll dann Roland Berger Deloitte Strategy Consultants heißen.

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