
DÜSSELDORF. Während die beiden Konkurrenten des MDax-Konzerns, die finnische Konecranes und der amerikanische Baumaschinenhersteller Terex an ihren Übernahmeangeboten für das deutsche Unternehmen feilen, will das Vorstandsgespann bei Investoren für die weitere Eigenständigkeit werben. Treffen mit Aktionären und Analysten in Mailand, Amsterdam und Frankfurt stehen an.
Der Vorstandsvorsitzende Rauen und sein Finanzchef Beaujean stemmen sich mit aller Macht gegen die drohende Übernahme - auch aus persönlicher Motivation. Sie sind keine Manager, die sich in einer Juniorrolle sehen.
Auch wenn Demag Cranes rund eine Milliarde Euro umsetzt und in Europa eine feste Branchengröße ist, auf dem Weltmarkt zählt der Konzern zu den kleineren Anbietern. Rauen will das ändern. Über Akquisitionen und den Bau neuer Fabriken strebt er eine führende Rolle in den boomenden Schwellenländern an. Demag Cranes soll so zur Weltspitze aufsteigen. Dafür hat ihn Aufsichtsratschef Burkhard Schuchmann im Mai 2009 von EADS an den Rhein gelotst.
Der 53-Jährige war bei dem Technikkonzern für das Eurofighter-Geschäft verantwortlich, mit schwierigen Fällen kennt er sich also aus. In seiner damaligen Funktion musste der Ostfriese mit Kunden aus Deutschland, Spanien und Frankreich die enormen Mehrkosten für das Kampfflugzeug nachverhandeln. Das nötige Selbstvertrauen dafür tankte er zuvor bei Daimler, wo er es im Jahr 2000 bis zum Strategiechef gebracht hatte. Dieser Posten gilt als Katapult für höhere Weihen in der deutschen Wirtschaft.