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Denice Kronau: Siemens findet Nachfolgerin für Jill Lee

Die US-Amerikanerin Denice Kronau übernimmt das Amt als Chief Diversity Officer des Technologiekonzerns. Die 51-jährige war bisher Finanzchefin in der Diagnostics Division von Siemens Healthcare. Ihre CDO-Vorgängerin ging nach nur anderthalb Jahren.

Denice Kronau: zuletzt Finanzchefin bei Siemens Healthcare Diagnostics. Quelle: Siemens AG
Denice Kronau: zuletzt Finanzchefin bei Siemens Healthcare Diagnostics. Quelle: Siemens AG

MÜNCHEN. Intensiv hat der Siemens-Konzern nach einem neuen Chief Diversity Officer gesucht, nun ist man endlich fündig geworden. Die US-Amerikanerin Denice Kronau tritt nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen die Nachfolge von Jill Lee an, die im Februar überraschend ihre Kündigung eingereicht hatte. Nun soll die 51-jährige Kronau dafür sorgen, dass Frauen und Talente aus aller Welt bessere Chancen haben, bei Siemens Karriere zu machen.

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Durch die Vielfalts-Initiative will der Konzern den weltweiten Talentpool besser nutzen. Denn es gibt zwar Fortschritte. Doch noch immer machen weiße Männer die meisten Spitzenposten bei dem Technologiekonzern unter sich aus.

Jill Lee hatte in ihrer kurzen Amtszeit durchaus einiges angestoßen. Inzwischen gibt es im Konzern ein weltweites Netz von 500 Diversity-Botschaftern. Auch ein Frauen-Netzwerk wurde unter ihrer Obhut geknüpft. Bei Bewerbungen um Führungsposten muss zudem mindestens ein Kandidat in der Endrunde Vielfaltskriterien erfüllen. Doch Lee stieß auch auf Widerstände, war zu hören. Nach nur anderthalb Jahren auf dem neu geschaffenen Posten kündigte sie jedenfalls ihren Abgang an, um sich einer neuen Herausforderung bei einem anderen Konzern zu stellen.

Mit der Bestellung von Kronau zeigt der Konzern nun in zweierlei Hinsicht, dass es ihm mit dem Thema weiterhin ernst ist. Zum einen kommt die Managerin ebenfalls von einer einflussreichen, operativen Stelle. Sie war zuletzt als Finanzchefin für die Siemens-Healthcare-Division Diagnostics tätig. Die Singapurerin Lee war vor ihrem Wechsel in die Konzernzentrale unter anderem Finanzvorstand von Siemens China. Zudem hat sich der Konzern nun entschieden, dass es weiterhin einen zentralen CDO geben soll. Da im Unternehmen die erste Phase der Vielfaltsinitiative als abgeschlossen gilt – und die neuen Strukturen nun mit Leben erfüllt werden sollen –, hatte Siemens überlegt, nur noch auf regionaler Ebene Diversity-Manager zu installieren. Eine Abschaffung des zentralen CDO aber hätte in der Außenwirkung schlecht ausgesehen.

Zudem gilt das Thema im Unternehmen als Herzensangelegenheit von Vorstandschef Peter Löscher. Seit er den Konzern führt, ist das Management deutlich internationaler geworden. Dem Vorstand zum Beispiel gehören nun die Schweizerin Barbara Kux und der US-Amerikaner Peter Solmssen an. Die neue Diversity-Chefin Kronau arbeitet seit 2002 bei Siemens. Zuvor war sie unter anderem für Diageo und Philip Morris tätig. Der Konzern wollte die Personalie gestern nicht bestätigen.

Es sei richtig, dass es weiterhin einen zentralen CDO gebe, sagte Michael Stuber von der Unternehmensberatung Ungleich Besser Consulting dem Handelsblatt. „Die zentrale Koordination von Diversity ist vor allem wegen der Komplexität des Themas und der vielfältigen Widerstände gegen echte Veränderungen der Führungskultur vor allem in den ersten Jahren entscheidend.“ Auch hochrangige CDOs benötigten umfangreiche Ressourcen und die Unterstützung des Top-Managements, um ein Umdenken in der Organisation zu bewirken.

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