
Der Profi: Burkhard Schuchmann
Viel professioneller geht Burkhard Schuchmann die Winzerei an. Fast fünf Jahre ist es her, dass der Ex-Chef des Bahnzulieferers Vossloh auf die Traube kam. "Es ist mehr Arbeit, als ich ursprünglich angenommen habe", sagt er. Denn Schuchmann trat nicht zu einem Pensionärsjob an.
"Schuchmann Wines" ist heute ein florierendes Weingut, das in Georgien 240 000 Flaschen im Jahr produziert. Also ein mittelständischer Weinbetrieb.
In der Zeit des Nach-Perestroika-Aufbruchs kaufte der agile gebürtige Berliner zwei Autostunden von der Hauptstadt Tiflis entfernt ein kleines Weingut, gewann einen der besten heimischen Kellermeister - und investierte 6,5 Millionen Euro. Er setzte auf klassisch georgische Weinproduktion. Teile der Ernte werden nach wie vor in Ton-Amphoren, die in den Boden verbuddelt werden, vergoren und dann im Barrique ausgebaut. Weinkenner vergleichen den so gereiften Roten mit Produkten von der Rhône.
Schuchmanns Investment führte zu einer Welle von Anerkennung auch des jungen georgischen Staates. Kürzlich begrüßte Schuchmann auf seinem Weingut sogar den Staatspräsidenten. Doch auch die Kontakte in der Heimat lässt der gewitzte Manager nicht schleifen: Schuchmann Wines hat längst eine Niederlassung in Hamburg.
Über Wein-Unternehmer wie Schuchmann freuen sich auch all jene, die hauptberuflich in Deutschland ihr Geld mit der Lust an Wein verdienen. "Es ist gut, dass neues Geld in den Weinbau investiert wird", lobt Eva Raps, Geschäftsführerin des Verbandes der deutschen Prädikatsweingüter.
In Frankreich und der Toskana werde schon seit längerem in Wein und Reben investiert, jetzt zeige sich auch in Deutschland dieser Trend. "Diese Menschen haben Unternehmensführung gelernt, davon können die Winzer nur profitieren", sagt Raps.