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Evonik-Chef Klaus Engel: Industrie-Bosse wettern immer stärker gegen Banken

Die Liste der offenen Banken-Kritiker unter den Top-Managern wird länger. Evonik-Chef Klaus Engel nimmt sich die Branche zur Brust und fordert eine Aufspaltung von Großbanken - so deutlich wie kaum jemand zuvor.

Evonik-Vorstandschef Klaus Engel. Quelle: dpa
Evonik-Vorstandschef Klaus Engel. Quelle: dpa

EssenFranz Fehrenbach, Ex-Chef des Autozulieferers Bosch, wetterte während seiner aktiven Zeit gegen Goldman Sachs, jüngst ließ Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle kaum ein gutes Haar am Bankwesen. Am Montagabend legte der Chef des Chemiekonzerns Evonik bei einer Veranstaltung in Essen nach und zog über die Finanzbranche vom Leder.

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Klaus Engel fordert, die Großbanken zu zerschlagen. „Die Politik muss die Großbanken in kleine Teile, in Einzelteilen organisieren, deren mögliches Scheitern gefahrlos für die Volkswirtschaften wäre“, sagte er auf einer Veranstaltung des „Politischen Forums Ruhr“ in Essen. Engel ergänzte, dass ein „zu groß zum Scheitern“ auch für Banken nicht gelten dürfe. „Größe allein darf kein Freifahrtschein für einen unbekümmernden, rücksichtslosen Egoismus sein“, so Engel, der auch Präsident des Verbandes der chemischen Industrie (VCI) ist. Es könne nicht sein, dass ein ganz grundlegender Wirtschaftssektor spekulative Gewinne privatisiere, „aber gigantische Spekulationsverluste auf Kosten der Gesellschaft sozialisiert“, sagte der Chemiemanager.

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Die Kritik an den Banken wächst – auch in den Chefetagen. Vor wenigen Wochen hatte auch der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherers Munich Re, Nikolaus von Bomhard, eine Zerschlagung der Finanzinstitute gefordert. „Wir sehen derzeit eine unheilvolle Allianz zwischen Staat und Banken“, sagte von Bomhard. „Ich würde alles so klein machen, dass nichts mehr too big to fail ist.“

Auch der Co-Chef des Softwareherstellers SAP, Jim Hagemann Snabe, sagte: „Eine Trennung der Bankgeschäfte kann sinnvoll sein. Banken müssen einen echten Mehrwert liefern.“ Und Linde-Chef Reitzle hatte festgestellt, dass die Finanzwirtschaft sich weitgehend von der Realwirtschaft abgekoppelt und ihre eigene Parallelwelt geschaffen habe, in der virtuelle Werte entstanden seien. „Mit der Libor-Affäre ist vielleicht der letzte Rest Vertrauen verloren gegangen. Was soll man denn noch glauben, wenn der wahrscheinlich wichtigste Zins der Welt manipuliert wurde?“

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Auch Engel nahm Bezug auf den Manipulationsskandal um den Referenzzinssatz Libor. Der wichtigste Zinssatz sei zum Manipulationsobjekt geworden, sagte der Evonik-Chef. Das zeige, dass die Risiken und Kollateralschäden des Investmentbankings stetig gewachsen seien. In den USA sei bis in die 1990er-Jahre das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden vom Investmentbanking gesetzlich getrennt gewesen. „Mir ist nicht bekannt, dass amerikanische Banken international unter diesem Gesetz gelitten hätten“, sagte Engel.

Der VCI-Präsident betonte in seiner Rede den Wert der sozialen Marktwirtschaft. Nur diese Wirtschaftsordnung weise das grenzenlose Casino zum Wohl des Ganzen in die Schranken, so Engel. Die Existenzkrise der Banken sei selbstverschuldet und einer unverhältnismäßigen Profiterwartung geschuldet. „Die extreme Bereicherung von wenigen, während viele ihre Spargroschen fürs Alter schwinden sehen, legt die Lunte an den sozialen Frieden“, warnte der Evonik-Chef, der auch die Rolle der Ratingagenturen scharf kritisierte.

  • 13.09.2012, 16:59 Uhrhellboy

    Der Euro ist eine "Goldman Sachs" Währung!
    Solange wir deren Geld benutzen sind wir deren Sklaven!
    Es gibt nur eine Lösung ! Die Regierung abwählen oder zum Rücktritt zwingen und eine eigene Währung einführen!

  • 11.09.2012, 14:38 Uhrtobi59

    @Haustechniker,
    wir könnten es schon ändern, wenn die Leute ihr Geld von der Bank abholen, können sie auch nicht mit diesem Geld spekulieren. Es müssen auch bei weitem nicht alle ihr Geld abheben es genügt wohl schon 10-15% des Kapitals abzuziehen, dann würden sich alle Politiker hinstellen und den Bürgern ihr Geld garantieren auch wenn es anschließend kein Gesetz dafür gibt wie 2008.

  • 11.09.2012, 14:24 UhrHaustechniker

    Ach warum die Investmentbanken zerschlagen?
    Sollen die Damen und Herren mit Ihrem verdienten Geld doch spekulieren und nicht mit unserem. Was kann denen denn schon passieren? Sie sind Systemrelevant, also können sie sich auch locker mit unseren Geld verzocken, es wird dann von der Allgemeinheit doch wieder ersetzt.
    Wenn es so weiter geht - ich sehe zur Zeit niemanden der es stoppen könnte / möchte- machen die Banken den Kapitalismus platt. Oder ist der Kapitalismus überhaupt noch am Leben? So sollte er nach meiner Einschätzung jedenfalls nicht sein.

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