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Ferdinand Piëch: Piech: Die Logik des Herrschens

VW-Chefaufseher und Porsche-Erbe Ferdinand Piëch bleibt ein Mysterium. Irgendwie schafft er es immer wieder, seinen Willen durchzusetzen. Geduldig wartet er auf seine Chance. Nun gibt Piech wieder das Tempo im Konzern und in der Familie vor.

Ferdinand Piëch verkündete in Salzburg: "Ich bin nicht gern Zweiter". Foto: ap Quelle: ap
Ferdinand Piëch verkündete in Salzburg: "Ich bin nicht gern Zweiter". Foto: ap Quelle: ap

HAMBURG.Im vergangenen Herbst ging es ihm nicht gut. Ferdinand Piëch war gesundheitlich angeschlagen. Volkswagens Chefaufseher musste eine wichtige Sitzung des VW-Kontrollgremiums sausen lassen. Das von Ex-IG-Metall-Chef Jürgen Peters als seinem Stellvertreter überbrachte Votum schlug dafür hohe Wellen: Erstmals konnte sich die Arbeitnehmerbank dank Piëchs Enthaltung gegen die Kapitalseite durchsetzen – und installierte einen Ausschuss, der Großaktionär Porsche das Fürchten lehrt: Er muss Geschäfte mit der VW-Tochter Audi abnicken.

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Piëchs Cousin Wolfgang Porsche und sein Vorstandschef Wendelin Wiedeking rauschten wütend in einer Armada aus Porsche Cayennes Richtung Stuttgart ab. Im Nachhinein betrachtet, waren die Ereignisse des September 2008 der Anfang vom Ende der von Porsche beanspruchten Dominanz in Wolfsburg. „Ich bin nicht gern Zweiter“, verkündete Piëch kurz darauf von Salzburg aus.

Im Mai 2009 feierte ein sichtlich erholter Ferdinand Piëch seine Wiedergeburt als Taktgeber des Auto-Imperiums aus Volkswagen und Porsche. Er habe jetzt wieder mehr Spaß an der Zeitungslektüre, verriet der 72-Jährige auf Sardinien. Die Präsentation des neuen Polo nutzte er, um mit Worten wie Messerstichen die Schlagzeilen zu dominieren. Tenor: Wiedeking, der sich bei der Übernahme von VW verhoben hat, müsse weg. Selbst VW-Manager erschraken, ob des Klartextes, den der in Wolfsburg respektvoll „der Alte“ Genannte da sprach.

Jetzt, zu Beginn dieser Woche, ist der VW-Patriarch seinem Ziel so nah wie nie. Donnerstagmittag tagt der VW-Aufsichtsrat am Stuttgarter Flughafen. Zuvor sind Präsidium und Kapitalseite an der Reihe. Piëch will den Tag damit beginnen, Wiedeking aus dem Präsidium des Kontrollgremiums entfernen zu lassen, heißt es in VW-Kreisen. Noch ist unklar, ob die für den Nachmittag angesetzte Sitzung des Porsche-Aufsichtsrats letzte Klarheit bringt. Doch Piëch dürfte sich durchsetzen.

Die Integration der Porsche AG in den VW-Konzern ist kaum zu stoppen. Gemeinsam mit seinem Bruder Michel kann Ferdinand Piëch im Familienkreis eine dringend nötige Kapitalerhöhung blockieren und die mit gut zehn Milliarden Euro verschuldete Porsche-Holding so finanziell ausbluten lassen.

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